Log4j: Verwendet ein Cloud-Dienst Log4j

Log4Shell – Kennen Sie Ihre Software-Lieferkette?

Letztendlich ist auch Log4Shell, so sicherheitsrelevant die Lücke auch sein mag, "nur" ein fehlerhafter Baustein in der Software-Lieferkette



Von Udo Schneider, IoT Security Evangelist Europe, Trend Micro

Die kritische Bedrohung durch die Log4Shell-Schwachstelle erfordert natürlich eine sofortige Reaktion. Doch im zweiten Schritt müssen sich Unternehmen generell Fragen zu Prozessen rund um Software-Lieferketten und dokumentierte (?) Abhängigkeiten stellen.

Die vor bekannt gewordene Log4Shell-Sicherheitslücke ist in aller Munde und hält die Sicherheitsfachleute weltweit auf Trab. Das BSI spricht von einer "extrem kritischen Bedrohungslage", denn die angreifbare Log4J-Bibliothek ist gewissermaßen "der" Log-Standard in Java-Umgebungen. Dementsprechend wird sie auch in tausenden von Applikationen und Internet-Diensten genutzt. Hinzu kommt, dass die Lücke einfach zu missbrauchen ist und in vielen Fällen aus der Ferne ausgenutzt werden kann, wobei sie letztendlich die Ausführung beliebiger Kommandos erlaubt. Aus Cybersecurity-Sicht ein wahrer Albtraum! Unternehmen können als unmittelbare Reaktion unseren detaillierten Empfehlungen folgen und vorhandene Patches aufspielen sowie Best Practices anwenden. Doch in einem zweiten Schritt sollten sie einen generellen Blick auf Prozesse rund um Software-Lieferketten werfen. Denn letztendlich ist auch Log4Shell, so sicherheitsrelevant die Lücke auch sein mag, "nur" ein fehlerhafter Baustein in der Software-Lieferkette.

Um Software-Lieferketten und deren Kontext zu verstehen, hilft ein Blick auf die "reale" Welt, etwa die Herstellung von Elektronikprodukten. Dabei sind so genannte "Stücklisten" (BOM – Bill of Material) für Baugruppen gang und gäbe. Betrachtet man eine einzelne Platine als Baugruppe, so enthält die passende Stückliste eine Auflistung aller verwendeten Komponenten wie Widerstände, Kondensatoren, Dioden, ICs und vieles mehr. Zu jeder Komponente werden auch genaue Parameter, Hersteller, Preise, Bezugsquellen und letztendlich auch Seriennummern bzw. zumindest Chargeninformationen gespeichert.

Sollte es also vom Hersteller einer der Bauelemente eine Information geben, dass bestimmte Bauteile einer Charge z.B. nicht den spezifizierten Temperaturwerten entsprechen, so ist es möglich selbst im Nachhinein genau nachzuverfolgen, welche Platinen (mit jeweils eigener Seriennummer) davon a) betroffen sind und b) ob Handlungsbedarf entsteht. Müssen entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden, hilft die Information, welche Baugruppen (aufgrund der Seriennummer) überhaupt betroffen sind natürlich massiv. Letztendlich setzt sich dieses Vorgehen mit "Baugruppen" fast beliebig fort ... bis man letztendlich eventuell bei massiven Installationen wie z.B. dem LHC am CERN landet. Selbst bei einer so großen Maschine kann der Fehler an einem winzigen SMD-Bauteil zum Versagen der gesamten Maschine führen. Werden also z.B. fehlerhafte Chargen bekannt, so muss man letztendlich in der Lage sein, jeden einzelnen verbauten Widerstand zu verifizieren.

Software Bill of Material (SBOM)

Genauso funktionieren auch Software-Lieferketten, also SBOMs" -- und ganz konkret zurück zu Log4Shell: Können Sie auf die Schnelle sagen, ob Sie von dieser Lücke betroffen sind? Bei eigener Software, die Log4J nutzt, lässt sich die Frage vielleicht noch schnell beantworten. Oft bieten sogar SCM-Dienste wie GitHub oder GitLab solche Funktionen direkt an. Was aber ist mit transienten Abhängigkeiten? Nutzt vielleicht eine bei Ihnen eingesetzte Bibliothek eines Drittanbieters intern Log4J? Oder noch schlimmer – nutzt eine Library, die Sie verwenden, eine Library, die wiederum von einer Library abhängt (usw.) die Log4J nutzt? Setzt die eingekaufte Software eines Dienstleisters auf Log4J? Verwendet ein Cloud-Dienst, den Sie einkaufen, Log4J?

Fragen über Fragen, die der Antworten bedürfen, für die Sie sich mit SBOMs auseinandersetzen müssen. Log4Shell führt sehr deutlich die Probleme vor Augen, die entstehen, wenn die Software-Lieferkette eben nicht dokumentiert ist. Aber lassen Sie sich nicht täuschen. Log4Shell ist gerade sicherlich eine Art Worst-Case-Szenario. Doch selbst bei einfachen "Fehlern", die keine direkte Sicherheitsrelevanz haben, ist die Frage, ob man betroffen ist, von Bedeutung!

Abhängigkeiten dokumentieren

Grundsätzlich geht es bei SBOMs um die Dokumentation von Abhängigkeiten. Dies können Abhängigkeiten in Form von Software (Bestandteilen) sein aber auch Dienste, Lizenzen, Server und vieles mehr. Speziell bei der Modellierung von Softwareabhängigkeiten haben sich im Laufe der Zeit zwei Austauschformate herauskristallisiert: CycloneDX und SPDX. Beide erlauben die Beschreibung verschiedener Softwarekomponenten inkl. eventueller Abhängigkeiten:

Mit der Beschreibungssprache ist es aber nicht getan. Vielmehr muss die konkrete Umgebung ebenfalls beschrieben und auf aktuellem Stand gehalten werden. Natürlich lassen sich diese Beschreibungen manuell erstellen – und manchmal, z.B. bei der Abhängigkeit von externen Diensten, bleibt auch nichts anderes übrig. Wenn es aber um die Erstellung von Beschreibungen bei Software geht, sind manuelle Aufwände nicht sinnvoll. Hier muss die Erstellung und Pflege dieser Beschreibungen vollautomatisiert im Rahmen der CI/CD Pipeline stattfinden. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Ansätze: Die Einbindung in den Build-Prozess und das Scannen von Build-Artefakten.

CI/CD Einbindung – Build-Prozess

Sowohl bei CycloneDX als auch bei SPDX gibt es Werkzeuge, die sich direkt in den Build-Prozess integrieren lassen. Diese extrahieren direkt "an der Quelle" (transiente) Abhängigkeiten. Dies können Libraries, ausführbare Dateien aber auch Container bzw. Container-Layer sein. Die direkte Einbindung erlaubt es auch, Abhängigkeiten zu verfolgen, die z.B. nur während des Builds selbst, aber nicht im fertigen Produkt bestehen.

CI/CD Einbindung – Build Artefakt

Selbst wenn nicht direkt in den Build Prozess eingegriffen werden soll darf, gibt es für CycloneDX und SPDX Werkzeuge, die "im Nachhinein" das Endergebnis scannen. D.h. diese Werkzeuge extrahieren z.B. aus der Java Anwendung die Abhängigkeiten und dokumentieren diese. Da diese Werkzeuge immer nur das fertige Ergebnis sehen, kann es aber durchaus sein, dass einige Abhängigkeiten schlichtweg übersehen werden, da diese sich aus dem Endergebnis nicht mehr erschließen lassen.

Schwachstellen-Monitoring

Für Unternehmen, die ausschließlich an einem Schwachstellen-Monitoring interessiert sind, bieten viele dieser Werkzeuge auch eine direkte Korrelation mit Schwachstellen-Datenbanken an. Das bedeutet, dass die Ausgabe nicht nur die gefundenen Komponenten enthält, sondern auch gleich eine Liste von Verwundbarkeiten. Dies ist z.B. vergleichbar mit der Einbindung von snyk, Trend Micro Application Security oder Trend Micro Container Security in die CI/CD Pipeline.

OWASP Dependency Track

Wenn auch die Nachverfolgung und Dokumentation von Lizenzen, Inventar oder Verbreitungsgrad eine Rolle spielen, so bieten sich andere Lösungen (zusätzlich) an. In diesem Umfeld ist das Dependency Track-Tool der OWASP (Open Web Application Security Project) sicherlich einer der Platzhirschen. Als Open Source-Lösung ist es in der Regel in CI/CD Pipelines integriert und erhält dort SBOM-Daten – entweder über CycloneDX/SPDX Daten (manuell, API) oder direkt aus dem Build Prozess. Zusätzlich hält Dependency Track automatisiert Verwundbarkeitsdaten aus verschiedenen Schwachstellen-Datenbanken vor und korreliert laufend die Daten aus (historischen) Builds und Verwundbarkeiten. Matches werden entsprechend in einem Dashboard angezeigt oder direkt via Chat und CI/CD Integration gemeldet bzw. optional auch an Werkzeuge zur automatischen Behebung weitergeleitet.

Dependency Track stellt also eine Datenbank dar, mit der sich die Frage: "Wo bin ich von Log4Shell betroffen" einfach beantworten lässt. Diese Antwort umfasst nicht nur aktuelle Versionen der Software, vielmehr werden auch Beschreibungen alter Version vorgehalten. Eine mögliche Erkenntnis kann also sein, dass ein Unternehmen in der aktuellen Version nicht betroffen ist (da ausreichend gepatcht), 34 ältere Versionen aber betroffen sind. Wenn man nun auch noch Informationen über die Anzahl der installierten Versionen mit verfolgt, sind das nahezu perfekte Daten für eine fundierte Risikobetrachtung.

Fazit: Letztendlich ist es wichtig, die eingangs gestellten Fragen beantworten zu können: Nutzen wir (direkt oder in unserer Software-Lieferkette) Log4J? Wenn ja, in welchem Ausmaß (Version, Verbreitung) sind wir von Log4Shell betroffen? Der Aufwand zur Beantwortung dieser Frage stellt einen Gradmesser dar, inwiefern Sie Einblick in Ihre Software-Lieferkette haben, bzw. ob es sich lohnt, dort mit Werkzeugen nachzuhelfen.

Bezüglich der Werkzeuge gilt es zu klären, ob es "nur" um die Frage "bin ich betroffen" geht. Ist dies der Fall, helfen Tools wie snyk oder die bei GitHub und GitLab integrierten Möglichkeiten schon weiter. Ist hingegen ein umfassenderer Einblick gewünscht, so bieten sich weitere Lösungen zum Erfassen und Katalogisieren von Software-Artefakten an. Diese gibt es sowohl kommerziell als auch kostenlos. Aus dem OpenSource-Lager ist Dependency Track hier sicherlich das am weitesten verbreitete.

Schlussendlich bleibt aber festzuhalten, dass Sicherheitslücken ein wichtiges Argument für Software Supply Chain Management ist – aber sicherlich nicht das einzige! (Trend Micro: ra)

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eingetragen: 15.12.21
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In den Zeiten des Homeoffice verbirgt sich hinter der Anmeldung auf ein System abends von einer ungewöhnlichen IP-Adresse nicht mehr unbedingt ein Angriff – sondern vielleicht der Mitarbeiter im Zweitwohnsitz. Hybrides, dezentrales Arbeiten verlangt aber nicht nur für das Bewerten von auffälligem Verhalten einen Lernprozess: Die IT-Sicherheit insgesamt muss sich neu aufstellen und die Probleme angehen, die sich aus dem Wechsel zwischen Büro und Heimarbeit ergeben. Aktuell akzeptieren Unternehmen hybrides, dezentrales Arbeiten immer mehr. Doch die Pandemie hat offengelegt, dass die meisten Organisationen technologisch auf diese veränderte Situation nicht vorbereitet waren. Die Folgen des schnellen Exodus ins Home-Office zeigen, dass nicht nur die Sicherheitsteams, sondern die gesamte IT vor immensen Aufgaben stehen. Denn der Wechsel auf ein hybrides, dezentrales Arbeiten verändert in Sachen IT-Abwehr viele bisher selbstverständlich geltende Konstanten und Erkenntnisse. Sämtliche Sicherheitsprozesse müssen an die neue hybride Welt angepasst werden.

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Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

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Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

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Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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