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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
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Der kriminelle Untergrund im Dark Web


"Das Dark Web ermöglicht auch ungelernten Personen durch einfache Suche und mit etwas Geld illegal Gewinne durch Online-Kriminalität einzufahren"
Interview mit Security-Experte Chet Wisniewski von Sophos zum Thema Dark Web



Den Begriff Dark Web hat jeder schon einmal gehört. Die meisten verstehen darunter eine düstere Unterwelt für Cyberkriminelle, die von den meisten Internetbenutzern möglichst gemieden wird. Doch was genau ist das Dark Web, wie wird es genutzt und welche Auswirkungen hat es auf die Cyber-Sicherheit. Sophos Sicherheitsexperte Chet Wisniewski bringt etwas Licht ins dunkle Netz.

Was ist das Dark Web?
Chet Wisniewski:
Der Begriff Dark Web wird meistens von Laien verwendet, die darunter ein privatfokussiertes Overlay-Netzwerk im Internet, das Experten als TOR oder The Onion Router bekannt ist. Die Idee stammt aus der US-Marineforschung in den 1990er Jahren und ermöglicht eine sichere und anonyme Kommunikation ohne inhärente Fähigkeit, weder den Absender noch den Empfänger von Nachrichten zu identifizieren.

Wie nutzen Cyberkriminelle das Dark Web und wie gelangen sie an Informationen?
Wisniewski:
Cyber-Kriminelle nutzen das Dark Web zum Verkauf von allem Möglichen Waffen, Drogen, Malware, Bücher, Pornographie, Kreditkarten, Identitäten und vieles mehr. Die Quellen sind vielfältig und beispielsweise Daten von Kreditkarten, Identitäten oder Passwörter erlangen Kriminelle durch den Einsatz von Malware oder durch offenes Hacken in unsichereren Internet-Datenbanken.

Wer sind die Käufer dieser Informationen und was machen sie damit?
Wisniewski:
Über die kriminellen Käufer wissen wir leider sehr wenig und es ist schwierig einzuschätzen, wie viel Handel mit wem betrieben wird, da es natürlich nicht offen einsehbar ist.

Zwei große Dark Web-Marktplätze AlphaBay und Hansa wurden kürzlich aufgedeckt und von Behörden gesperrt. Wo befinden sich die Cyber-Kriminellen und sind wir nun vor ihnen sicher?
Wisniewski:
Kriminalität verabscheut ein Vakuum. Es ist ein bisschen so wie beim Computerspiel "Whack-a-Mole". Man schlägt einem Monster auf den Kopf und sofort erscheint auf der anderen Seite das Nächste. Zwar dominierten Alpha und Hansa das Dark Web, doch es gibt viele, die gerne ihren Platz einnehmen würden. Die Nachfrage nach Konten auf dem Markt war bei Schießung von AlphaBay so hoch, dass es zu einem Denial of Service (DoS)-Ausfall kam.

Wie wirkt sich das Dark Web auf die Cybersicherheit als Ganzes aus?
Wisniewski:
Das Dark Web ermöglicht auch ungelernten Personen durch einfache Suche und mit etwas Geld illegal Gewinne durch Online-Kriminalität einzufahren. Man kann heute alles im Dark Web kaufen, über Informationen über Malware bis hin zu Dienstleistungen. Ein paar Bitcoins, selbst erlangtem Wissen, einigen Techniken und angeeignetem Fachjargon mehr ist nicht nötig.

Können die Opfer jemals herausfinden, ob ihre Daten kompromittiert wurden, auch wenn diese Informationen nie benutzt werden?
Wisniewski:
Die meisten Opfer entdecken einen Informationsdiebstahl nur dann, wenn etwas Schlimmes passiert oder wenn sie eine Nachricht von einem Unternehmen bekommen, das zugibt, dass Informationen in einem Hack gestohlen worden sind. Es ist fast unmöglich herauszufinden, wie Cyber-Kriminelle an die Daten gelangen und wie sie gekauft und verkauft wurden.

Was ist Internetnutzern zu raten, damit ihre Daten nicht ins Dark Web gelangen?
Wisniewski:
Die wichtigste Regel: nur echte Daten angeben, wenn es auch wirklich notwendig ist. Internetnutzer haben keine Verpflichtung, sich einem anderen Dienst anzuschließen oder die tatsächliche Postleitzahl, das Geburtsdatum oder andere persönliche Daten anzugeben. Wahre Angaben muss man nur bei Behörden, Finanzinstituten oder anderen offiziellen Einrichtungen machen. Für alle anderen Internetdienste sollten "alternative Persönlichkeiten" gewählt werden. Wenn möglich sollten Nutzer ein langes und für jede Webseite unterschiedliches Passwort verwenden und falls verfügbar die Möglichkeit der Multi-Faktor-Authentifizierung nutzen. Sie sollten kritisch hinterfragen, wem sie welche Informationen anvertrauen können alle anderen Informationen bleiben Privatsache.

(*) Chet Wisniewski konzentriert sich bei Sophos auf die Erforschung von Online-Bedrohungen und deren Entwicklung. Er analysiert zudem, wie Unternehmen Cyber-Verteidigungspraktiken einsetzen und verbessern können.
(Sophos: ra)

eingetragen: 03.10.17
Home & Newsletterlauf: 19.10.17


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Opfer einer Datenschutzverletzung

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Drastisch verändert, was den Perimeter ausmacht

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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