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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Manchmal kommen sie wieder


Kennwörter regelmäßig zu wechseln ist so wichtig wie eh und jeh
Viele Verletzungen der Informationssicherheit über Wochen und Monate unentdeckt bleiben




Von Ross Brewer, Vice President und Managing Director EMEA bei LogRhythm

Und wieder neue "Data Breaches", und wieder stellen sie neue Rekorde auf: Ein falsch konfigurierter Spambot gibt mehr 711 E-Mail-Adressen und eine hohe Zahl von Kennwörtern preis, und bei einem Second-hand-Spieleanbieter geraten 2 Millionen Kundendatensätze samt Kreditkartendaten in die falschen Hände.

Beide Fälle sind nicht ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick scheint, denn im ersten Fall ist auch ein hoher Anteil stümperhaft geratener Adressen vom Typ "sales@EineFirma.com" im Spiel, und im zweiten Fall sind die Kreditkartendaten mindestens neun Jahre alt.

Überhaupt ist es das Alter der Daten, das in beiden Fällen besondere Aufmerksamkeit verdient. Beim Spieleanbieter darf man sich getrost die Frage stellen, warum die Kreditkartendaten überhaupt aufgehoben wurden immerhin speichert der Anbieter seit 2009 nichts dergleichen mehr selbst. Und beim Spambot-Fall hat man es mit Unmengen von Datensätzen zu tun, die bei früheren Angriffen erbeutet wurden und jetzt ein zweites Leben als Wiedergänger starten. Spannend wird es dann, wenn derart altes Material tatsächlich noch immer gültig ist.

Die Konsequenz: Kennwörter regelmäßig zu wechseln und nicht nur, wenn ein Cyber-Einbruch bei einem Dienstleister bekannt wurde ist so wichtig wie eh und jeh und wird angesichts der steigenden Zahl gelingender Großangriffe vielleicht sogar immer wichtiger. Noch immer gilt nämlich leider auch, dass viele Verletzungen der Informationssicherheit über Wochen und Monate unentdeckt bleiben. Deshalb ist es für Konsumenten häufig längst viel zu spät, wenn sie offiziell von einer Panne erfahren. Gut, wenn in einem solche Fall der Risiko-Zeitraum überschaubar bleibt.

Diese Situation nimmt auch die Online-Anbieter in die Pflicht. Sie haben es in der Hand, die Chancen der Angreifer noch stärker einzugrenzen als jeder regelmäßige Kennwortwechsel. Sie können kaum besseres für ihren Ruf tun, als auch im Fall der Fälle mit offenen Karten zu spielen und Kunden so schnell wie möglich zu benachrichtigen, um ihnen eine rechtzeitige Neusicherung ihrer Konten zu ermöglichen. Anders formuliert: Wenn man der Ansicht zustimmt, dass heute jedes Unternehmen damit rechnen muss, irgendwann einen erfolgreichen Angriff zu erleiden, muss Schadensbegrenzung zum Arsenal der wichtigsten Security-Maßnahmen gehören.

Und dazu ist das Mittel der Wahl nun einmal Security Intelligence mit einer möglichst weitgehenden Automatisierung von Angriffserkennung und Response-Prozessen inklusive exakter Bestimmung der betroffenen Daten und Systeme. Und je besser die Ausrüstung und Prozesse hier sind, desto eher haben Betroffene auch die Chance, einen Angriff noch rechtzeitig abzuwenden, bevor überhaupt Schaden entsteht. (LogRhythm: ra)

eingetragen: 04.10.17
Home & Newsletterlauf: 27.10.17


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Meldungen: Kommentare und Meinungen

Entwurf zum Cyber Resilience Act (CRA)

Die Europäische Kommission einen bedeutenden Schritt zur Schaffung einer sichereren digitalen Welt für Bürger und Unternehmen in der EU unternommen. Sie hat den Entwurf zum Cyber Resilience Act (CRA) vorgestellt. Er beinhaltet neue Cybersicherheitsanforderungen für IoT-Hardware und -Software, wie etwa smarte Spielzeuge, vernetzte Kühlschränke oder Überwachungskameras.

eco zum EU-US Privacy Shield-Nachfolgeabkommen

Sechs Monate nach Ankündigung einer neuen transatlantischen Vereinbarung für den rechtssicheren Transfer personenbezogener Daten, könnte das Nachfolgeabkommen des EU-US Privacy Shield jetzt endlich kommen: Die Einigung zum Trans-Atlantic Data Privacy Framework wurde jetzt vorgestellt.

Missbrauch kompromittierter Identitäten

Am 8. September des vergangenen Jahres wurde von der mittlerweile aus dem Amt geschiedenen Regierung Merkel die Cybersicherheitsstrategie für Deutschland 2021 verabschiedet. Im Anschluss hagelte es heftige Kritik – von Seiten der Experten, der Verbände und der Opposition.

Chatkontrolle: Der Zweck heiligt nicht die Mittel

Die EU-Kommission stellte vor Kurzem ihre Pläne für ein neues Gesetz zur Chatkontrolle vor. Ziel ist es, den Kampf gegen sexuellen Missbrauch Minderjähriger voranzutreiben. "Das ist zweifelsfrei dringend notwendig. Doch erreicht werden soll dies, indem die Privatsphäre unter anderem auf unser aller Mobiltelefone ausgehebelt wird. Ob jedoch die anlasslose Massenüberwachung auch unbescholtener Bürgerinnen und Bürger die Strafverfolgung in dieser Hinsicht wirklich weiterbringt, bezweifle ich stark", kritisiert IT-Sicherheitsexpertin Patrycja Schrenk, Geschäftsführerin der PSW Group scharf.

Integrität der Supply Chain mit immer mehr Brisanz

Lässt man einige Angriffe der letzten Zeit (insbesondere Solarwinds oder Log4Shell) Revue passieren, so fällt auf, dass diese immer mehr "über Bande" spielen. Das bedeutet die Angreifer greifen Zielunternehmen nicht mehr direkt an, sondern über deren (Software)-Lieferkette. Ob nun Opfer über kompromittierte Solarwinds-Updates oder Lücken in Log4Shell angegriffen werden – in beiden Fällen ist die Software-Lieferkette gleichzeitig auch Infektionskette.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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