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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Hack von Twitter- und Facebook-Konten


Soziale Medien Privilegierte Konten über die niemand spricht
Eine zentrale Rolle spielt, wie Unternehmen mit ihrer Firmenpräsenz in den sozialen Medien und den zugehörigen Konten in der Praxis umgehen



Von Susanne Haase, One Identity

Auch in diesem Jahr hatten wir wieder ausreichend Gelegenheit Zeuge einer Reihe von Datenschutzverletzungen zu werden. Hacker waren ausgesprochen effizient darin, von Unternehmen übersehene Schwachstellen zu finden, und diese Lücken zu ihrem Vorteil auszunutzen. Wie erfolgreich die Angreifer tatsächlich waren, ließ sich unschwer an Schlagzeilen aus aller Welt ablesen.

Persönliche Daten wurden gestohlen, veröffentlicht, verkauft und die betreffenden Unternehmen schwer beeinträchtigt. Mit etwas Abstand betrachtet ist gut zu erkennen, dass wir immer wieder denselben Fehlern und Verhaltensweisen begegnen. Eine zentrale Rolle dabei spielt, wie Unternehmen mit ihrer Firmenpräsenz in den sozialen Medien und den zugehörigen Konten in der Praxis umgehen.

Vor nicht allzu langer Zeit musste ein US-amerikanischer Fernsehprogrammanbieter die unangenehme Tatsache eingestehen, dass es Angreifern gelungen war, die Twitter- und Facebook-Konten des Unternehmens zu hacken. Eine Gruppierung namens OurMine hatte die Social Media-Kanäle gekapert und damit begonnen, Nachrichten im Namen des Unternehmens zu posten. Allerdings ist es dem TV-Programmanbieter ziemlich rasch gelungen, die Kontrolle zurück zu erlangen. Soviel sei eingeräumt. Alle offensichtlichen Folgen des Hacks konnten scheinbar entfernt werden, und die betreffenden Posts waren ziemlich rasch wieder verschwunden.

Damit aber nicht genug. Nur kurze Zeit später drohten Angreifer mit einem entsprechenden Screenshot als Beleg, noch unbekannte Folgen der beliebten Serie Game of Thrones zu leaken. Es dauerte erwartungsgemäß nicht lange bis das Thema auf Twitter Fahrt aufnahm und von Tausenden von Menschen weltweit diskutiert wurde. Das alles passierte zeitlich in unmittelbarer Nähe zu einer gerade koinzidierten Datenschutzverletzung, die einiges an medialer Aufmerksamkeit beansprucht hatte. So sah sich der Sender ein weiteres Mal dem Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit ausgEsetzt. Naturgemäß rückten schließlich die vom Sender getroffenen Sicherheitsmaßnahmen und Sicherheitssysteme in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Das führte unter anderem dazu, dass sich der US-amerikanischer Fernsehprogrammanbieter weitreichenden Nachfragen und Überprüfungen ausgEsetzt sah, und das nicht nur innerhalb der eigenen Branche.

Unglücklicherweise ist dieser Programmanbieter bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das die Sicherheitsanforderungen in den sozialen Medien vernachlässigt. In vielen Fällen betrachten Firmen ihre Marke und deren Wert nicht in derselben Art und Weise wie sie es mit anderen Unternehmenswerten tun würden. Man denke nur an das Personal- oder Finanzwesen. Bei internen Systemen sind erzwungene Passwortänderungen vorgeschrieben ebenso wie eine 2-Faktor-Authentifizierung. In punkto Sicherheitsmaßnahmen fortschrittlicher aufgestellte Unternehmen implementieren zusätzlich Managementsysteme für ihre privilegierten Konten. Solche Systeme gestatten Check-out-Passwörter bei besonders wichtigen oder gefährdeten Systemen. Anschließend werden die Passwörter randomisiert ehe der betreffende Nutzer sich erneut anmelden kann.

In manchen Fällen kann über im Rahmen der Verwaltung von privilegierten Konten ein Konto auch deaktiviert werden. Etwa, wenn es von niemandem mehr benutzt wird. Eine Maßnahme, die dafür sorgt, dass Konten weitgehend gegen Hackerangriffe gefeit sind. In einem scheinen sich Unternehmen allerdings durch die Bank schwer zu tun. Sie erkennen nur selten, dass ihre Twitter-, Facebook- und LinkedIn-Konten und die zugehörigen Passwörter denselben Risiken ausgEsetzt sind wie wertvolle und gefährdete interne Konten. Und folglich dasselbe Sicherheitsniveau haben sollten.

Warum aber tun sich Firmen an dieser Stelle so schwer?
der US-amerikanischer Fernsehprogrammanbieter ist ein gutes Beispiel für ein weltbekanntes Unternehmen, das durch einen Hackerangriff ernsthaften Rufschaden erlitten hat, und dessen Marke nach den Vorfällen deutlich angeschlagen war. Anders als Schäden an finanziellen Systemen oder im Personalwesen sind Rufschäden kaum wirklich kalkulierbar. Schwerwiegend sind sie allerdings fast immer. Dabei ist der Fakt noch nicht berücksichtigt, dass der Fall mit jedem neu publizierten Artikel wieder auflebt. Und weiterer Schaden entstehen kann beziehungsweise der Vorfall erneut in die öffentliche Diskussion gerät.

Es gibt eine ganze Reihe von Fragen, die Firmen sich stellen sollten, wenn es um das sichere Verwalten ihrer Social Media-Konten geht. So kann man beispielsweise mit einiger Berechtigung fragen, ob es nicht zu aufwendig ist, ein Check-Out-Passwort zu verwenden, wenn man nur twittern oder den Unternehmensstatus auf Facebook ändern will. Gibt es viele Mitarbeiter im Bereich soziale Medien, die alle in etwa zur gleichen Zeit auf die entsprechenden Konten zugreifen und folglich ein und dasselbe Passwort teilen müssen? Soziale Medien im Hinblick auf den Ruf eines Unternehmens und den Wert einer Marke hin zu überwachen hat nicht nur etwas mit Hackerangriffen zu tun. Ein Unternehmen sollte sich durchaus Gedanken machen, wer an welchen Stellen dafür verantwortlich ist, eine Firma nach Außen zu repräsentieren.

Mögliche Antworten liefern moderne Managementsysteme für privilegierte Konten. Diese Systeme erlauben es, sehr granulare Richtlinien zu definieren wie etwa "Abmeldung nach X Stunden erforderlich", "Check-out erforderlich bei Nutzung des Kontos außerhalb des Netzwerks" oder "Check-in vor dem Check-out abwarten" um sicherzustellen, dass immer nur eine Person postet und nicht mehrere gleichzeitig. Es ist sogar möglich die Konten so einzurichten, dass die Mitarbeiter, die für die Social Media-Konten verantwortlich sind, das Check-out-Passwort gar nicht kennen.

Kombiniert man diese Policy-Typen miteinander, kann man das Sicherheitsniveau von (privilegierten) Social Media-Konten sehr schnell anheben. Ein gutes System stellt zudem sicher, dass jedes von einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin genutzte Passwort, das nicht randomisiert erstellt wurde, mit einer Liste von bekannten, bereits gehackten Passwörtern abgeglichen wird, wie sie sich in den Wörterbüchern der meisten Hacker befinden. Starwars, 123456 oder qwertz sind nur einige derer, die immer und immer wieder vorkommen.

Es ist an der Zeit, dass Unternehmen damit beginnen, ihre Konten in Facebook, LinkedIn, Twitter, Tumblr, Instagram und all den anderen Social Media-Systemen sicherheitstechnisch genauso ernst nehmen wie Konten über die finanzielle Transaktionen abgewickelt werden oder Konten im Personalwesen. Das ist technisch möglich. Dahingehend gibt es also keine Entschuldigung mehr. Es ist heutzutage unabdingbar, die Markenreputation und den Ruf eines Unternehmens zu schützen, indem man dafür sorgt, dass auch Firmenkonten in den sozialen Medien entsprechend geschützt werden. (One Identity: ra)

eingetragen: 16.10.17
Home & Newsletterlauf: 16.11.17


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Meldungen: Tipps & Hinweise

Datensicherung und Wiederherstellbarkeit

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Vorsicht im Umgang mit E-Mails aller Art

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Jede Maschine benötigt eine Identität, um sich zu authentifizieren

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Erste Hilfe bei Hackerangriff: Was Betroffene tun können

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Trainings für Anwender, um Malware besser zu erkennen

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Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

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Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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