Online-Accounts gehackt: Eine absolute Horrorvorstellung

Jeder, der online unterwegs ist, hat diverse Nutzerkonten – sei es für Onlineshopping, Onlinebanking oder um E-Mails zu versenden

Wie man solche Hacks erkennt, welche Schritte in dieser Situation zu ergreifen sind und wie man sich in Zukunft besser davor schützen kann



Von Stefan Wehrhahn, Country Manager DACH bei BullGuard

Heutzutage online unterwegs zu sein, ist kaum möglich, ohne diverse Nutzerkonten zu eröffnen. Für fast jeden Online-Dienst benötigen wir ein solches – sei es für Onlineshopping, Onlinebanking oder einfach nur, um E-Mails zu verschicken. Dass Cyberkriminelle eines dieser Online-Konten, etwa bei einem Online-Shop, hacken könnten, ist für viele eine echte Horrorvorstellung.

Wie merke ich, dass ich gehackt wurde?

Die Anzeichen, dass Sie gehackt wurden, können vielfältig sein. Wenn etwa Rechnungen für Waren in der Post liegen, die Sie nie bestellt haben, sich Freunde von Ihnen über seltsame Social-Media-Posts beschweren oder gar Ihr Bankberater anruft und fragt, ob sie tatsächlich mehrere tausend Euro nach Dubai überwiesen wollen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie gehackt wurden.

Was nun?

Sobald Sie die erste Schockphase überwunden haben, sollten Sie möglichst schnell reagieren. Loggen Sie sich in Ihren Account ein und ändern Sie sofort das Passwort, um den Hacker auszusperren. Funktioniert die Anmeldung jedoch nicht mehr, weil der Eindringling das Passwort bereits geändert hat, sollten Sie versuchen, es zurückzusetzen. Alle Online-Dienste bieten hierfür eine entsprechende Funktion an. Meist ist diese unter dem Stichwort "Passwort vergessen?" zu finden.

Schwierig wird es, wenn auch das E-Mail-Konto gehackt wurde, an das der Link zum Zurücksetzen des Passworts geschickt wird. Das ist oftmals dann der Fall, wenn für einen Online-Shop und das Mailkonto das gleiche Passwort benutzt wurde. Dann hilft nur noch die persönliche Kontaktaufnahme per Telefon mit dem Support des entsprechenden Anbieters.

Bei Online-Shops sollten Sie zudem versuchen, ungewollte Käufe rückgängig zu machen. Dies können Sie per E-Mail oder per Post tun oder Sie nehmen mit dem Online-Shop auf dessen Social-Media-Seiten Kontakt auf: Da die Firmen nicht wollen, dass Informationen über gehackte Konten publik werden, reagieren sie dort oft besonders schnell auf entsprechende Anfragen. Wird der abgebuchte Betrag trotz allem nicht zurücküberwiesen, hilft nur noch der Rechtsbeistand.

Wurde Ihr Online-Banking-Zugang gehackt, sollten Sie umgehend dafür sorgen, dass die entsprechenden Konten vorübergehend gesperrt werden. Handelt es sich um ein Social-Media-Konto wie Facebook, Twitter oder Instagram, sollten Sie Freunde und Bekannte informieren, um Missverständnissen und Ärger vorzubeugen.

Wie konnte das passieren?

Um an die Zugangsdaten zu gelangen, gibt es für Hacker verschiedene Wege. In der Regel wurde unbemerkt eine Malware auf Ihrem Gerät installiert, beispielswiese wenn Sie ein Programm aus einer nicht vertrauenswürdigen Quelle heruntergeladen haben. Neben der eigentlichen Software installieren Sie hier unbemerkt weitere Programme, die etwa Ihre Tastatureingabe aufzeichnen oder Ihr Device nach gespeicherten Kennwörtern zum Identitätsdiebstahl durchsuchen.

Auch Phishing ist eine häufig eingesetzte Technik, um Malware zu verbreiten. Hier führt der Klick auf Links oder Anhänge in gefälschten E-Mails zum Download von Malware. Oft werden Sie auch auf Webseiten geleitet, die legitime Seiten nachahmen und so versuchen, Sie zur Herausgabe privater Daten oder Anmeldedetails zu bewegen.

Darüber hinaus gibt es auch Fälle, bei welchen Kriminelle nicht einen einzelnen Kunden-Account, sondern den gesamten Online-Shop unter Ihre Kontrolle bringen und auf diese Weise Ihre Daten abzugreifen können.

Wie kann ich das in Zukunft verhindern?

Eine hundertprozentige Sicherheit für Ihre Online-Konten gibt es leider nicht. Wenn Sie jedoch ein paar Regeln beachten, können Sie es Hackern deutlich schwerer machen.

Von zentraler Bedeutung sind Ihre Passwörter. Sichere Passwörter bestehen aus mindestens zwölf Zeichen – möglichst eine bunte Mischung aus großen und kleinen Buchstaben, Sonderzeichen und Zahlen. Zudem sollten Sie Ihre Passwörter alle sechs Monate ändern. So betreiben Sie Schadensbegrenzung, wenn ein Passwort doch einmal in falsche Hände gerät. Am wichtigsten ist es jedoch, niemals das gleiche Kennwort für verschiedene Konten zu verwenden. Denn allein dadurch könnten Sie auf einen Schlag alle Ihre Online-Konten verlieren. Da es schwer ist, sich eine Vielzahl von Zugangsdaten zu merken, sind Passwort-Manager eine gute Hilfe. Falls eine Mehrfaktor-Authentifizierung verfügbar ist, sollte diese immer die erste Wahl sein.

Zudem ist es essenziell, stets zeitnah alle Updates für Ihr Betriebssystem und Ihre Programme zu installieren, Software nur aus bekannten, seriösen Quellen herunterzuladen und bei E-Mails auf Vertrauenswürdigkeit zu achten – vor allem wenn Sie Links anklicken oder sogar Anhänge downloaden. (BullGuard: ra)

eingetragen: 28.12.20
Newsletterlauf: 17.02.21

BullGuard: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

Meldungen: Unternehmen

Überwachungs- und Reaktionsfunktionen für Cybersicherheitsvorfälle

C2A Security und die Stefanini Group haben eine Zusammenarbeit angekündigt, um der Automobilindustrie eine robuste Cybersicherheitslösung anbieten zu können. Die Zusammenarbeit bietet Erstausrüstern und ihren Lieferanten sowohl Stefaninis fortschrittliche Security Operations Center (SOC)-Services als auch die Cybersicherheitslösung für den gesamten Fahrzeuglebenszyklus von C2A Security. So soll die Lücke zwischen Produktsicherheit und Sicherheitsüberwachung geschlossen werden.

ReliaQuest übernimmt Digital Shadows

ReliaQuest, US-Anbieterin im Bereich Security Operations und Cybersicherheit, gab die Vereinbarung zur Übernahme von Threat Intelligence-Expertin Digital Shadows für 160 Millionen US-Dollar bekannt. Die umfassende Expertise von ReliaQuest rund um Detection and Response für Cloud-, Netzwerk- und Endpunktumgebungen trifft damit auf das Know-how von Digital Shadows im Bereich Cyber Threat Intelligence (CTI) und Digital Risk Protection (DRP).

BSI und Samsung intensivieren Partnerschaft

Beim Thema sichere mobile Kommunikation (SMK) von Ministerien und Bundesbehörden arbeiten das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) und Samsung zukünftig Hand in Hand: Ein von Samsung entwickeltes Java Card Applet soll – in Kombination mit dem auf dem Galaxy Smartphone verbauten embedded Secure Element (eSE) – die bisher verwendete MicroSD-Karte ersetzen, die gegenwärtig für die Datenverschlüsselung und sichere Datenübertragung genutzt wurde.

Private Akademie für Cybersicherheit

Exclusive Networks hat sich mit führenden Vertretern der IT-Sicherheit zusammengetan, um weltweite Maßnahmen zu entwickeln, die geeignet sind, den Personalmangel im Bereich der Cybersicherheit zu reduzieren. Derzeit fehlen schätzungsweise 2,7 Millionen Fachkräfte.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.