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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
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Sicherheitskriterium auf einer gefälschten Seite


Identitätsdiebstahl mit Unicode: Phishing-Betrüger missbrauchen Domain-validierte SSL-Zertifikate für gefälschte Webseiten
IT-Sicherheitsexperte hält Webseitenbetreiber zur Verwendung höher validierter SSL-Zertifikate an: "Sicherheit kostet Geld"



Phishing mit internationalen Domain-Namen nimmt trotz verbesserter Sicherheitskonzepte und ausgerollter Updates gegen Homograph-Angriffe der Browserhersteller nicht ab. Christian Heutger macht auf ein weiteres Problem aufmerksam: "Für ihre modernen Phishing-Kampagnen registrieren Angreifer gültige SSL-Zertifikate für ihre gefälschten Webseiten. Nutzer, die auf einer gefälschten Website landen, gehen somit von einer legitimen Seite aus", warnt der IT-Sicherheitsexperte und Geschäftsführer der PSW Group.

Internationalisierte Domain-Namen enthalten Umlaute, diakritische Zeichen oder Buchstaben aus anderen Alphabeten als dem lateinischen. Somit können in Domains auch kyrillische, chinesische oder arabische Zeichen verwendet werden. Diese als Unicode-Methode bezeichnete Praxis liefert Cyberkriminellen die Basis für ihre Phishing-Kampagnen: Bestimmte Buchstaben sehen in verschiedenen Zeichensätzen ähnlich aus wie Unicode. Für die meisten User hierzulande unterscheiden sich diese Zeichen auf den ersten Blick nicht von den richtigen.

Diesen Umstand nutzen Angreifer aus: Um ihre Opfer auf gefälschte Webseiten zu locken, registrieren Cyberkriminelle Domains mit identisch erscheinenden Zeichen. Die vorgetäuschte Website sieht der legitimen verdächtig ähnlich, die registrierte Domain jedoch ist eine andere.

Somit funktioniert dann auch ein Domain-Validiertes SSL-Zertifikat als vermeintliches Sicherheitskriterium auf einer gefälschten Seite: Denn es wurde keine bestehende Domain kopiert, sondern eine neue registriert. "Den Betrügern wird es aber auch denkbar einfach gemacht, an ein solches SSL/TLS-Zertifikat zu kommen: Fast jeder Webhoster packt zu einem Hostingpaket gratis ein SSL-Zertifikat oben drauf. Dabei handelt es sich meist um ein Domain-validiertes SSL-Zertifikat, das ohne große Prüfung zu haben ist", kritisiert Christian Heutger.

Bei der Domainvalidierung wird in der Regel per E-Mail geprüft, ob der Auftraggeber auch der Domain-Inhaber ist. Dabei wird entweder an die im Bestellprozess angegebene E-Mail-Adresse oder die im WHOIS zu der Domain eingetragenen E-Mail-Adresse eine E-Mail versendet. "Bei der Methode per Unicode hat das zur Folge, dass sämtliche Fälschungen legitimer Domains einfach validiert werden können. Denn dank Unicode handelt es sich tatsächlich um eine neue Domain und nicht um die, die als ungewolltes Vorbild fungiert", so Heutger.

OV- und EV-Zertifikate sind die bessere Wahl für Webseitenbetreiber
Die Domain-Validierung ist ausreichend für kleine Blogs oder auch für das Intranet. Sobald jedoch persönliche Daten übermittelt werden, und sei es nur via Kontaktformular, sollten Domains mindestens organisationsvalidiert werden. Diese SSL-Zertifikate heißen dann OV-Zertifikate. Bei der Organisationsvalidierung wird neben der Domain auch die Identität geprüft:

Unternehmen müssen mit entsprechenden Dokumenten ihre Identität und die Domain-Inhaberschaft nachweisen. "Webshops und Unternehmensseiten sollten mindestens diesen Weg gehen, auch wenn diese Zertifikate eine geringe Jahresgebühr kosten. Bereits der Sicherheitsmechanismus des OV-Zertifikats unterscheidet aber eine echte von einer gefälschten Webseite", bringt Heutger es auf den Punkt und ergänzt: "Die intensivste Prüfung durchlaufen Unternehmen jedoch mit Extended Validation-Zertifikaten, kurz: EV-Zertifikaten. Webseitenbesucher sehen dann bereits in der Adressleiste den Unterschied. Diese färbt sich grün ein und zeigt sofort die Identität des Domaininhabers." Neben Domaincheck und Identitätsprüfung wird zusätzlich geprüft, ob der Antragsteller tatsächlich bei der Organisation angestellt ist und ob er die Befugnis hat, ein EV-Zertifikat zu erwerben.

"Sicherheit kostet Geld. Unternehmen können nicht erwarten, dass eine kostenfreie Antiviren-Suite zusammen mit einem kostenlosen DV-Zertifikat alle Systeme umfassend schützt. Sicherheit muss Verbrauchern greifbar gemacht werden. Zwar können gefälschte Domains per SSL geschützt werden, jedoch können Phishing-Betrüger kein EV-Zertifikat mit grüner Adressleiste erwerben. Dieses Wissen sollte sich jeder Webseitenbetreiber zunutze machen und an den richtigen Stellen in Sicherheit investieren. Denn letztlich fällt es auf ihn zurück, wenn per Phishing und der Unicode-Methode Nutzerdaten abgegriffen werden. Die Umstellung auf EV-Zertifikate oder mindestens OV-Zertifikate gehört zu den Bausteinen, die ein mehrstufiges Sicherheitskonzept beinhalten sollte", so Christian Heutger. (PSW Group: ra)

eingetragen: 06.11.17
Home & Newsletterlauf: 04.12.17


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Meldungen: Tipps & Hinweise

Datensicherung und Wiederherstellbarkeit

Insider sind weiterhin eine der größten Bedrohungen für Organisation und ihre wertvollen Daten. Um sich vor Datenverlust zu schützen, benötigen Organisationen eine passende Strategie zur Datensicherung, die die Wiederherstellbarkeit aller Daten zu jedem Zeitpunkt ihres Lebenszyklus gewährleistet.

Vorsicht im Umgang mit E-Mails aller Art

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Jede Maschine benötigt eine Identität, um sich zu authentifizieren

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Erste Hilfe bei Hackerangriff: Was Betroffene tun können

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Trainings für Anwender, um Malware besser zu erkennen

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Grundlagen

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DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

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