Risikos für Unternehmensnetzwerke

Studie: 45 Prozent der Mitarbeiter greifen mit privaten Geräten auf Unternehmensdaten zu

Arbeit im Homeoffice und das Internet der Dinge verändern den Umgang mit geschäftlichen Daten und deren Sicherheit



Trend Micro veröffentlichte Umfrageergebnisse zur Arbeit im Homeoffice. Diese zeigen, dass Smart-Home-Geräte und ihre Apps eine wesentliche Schwachstelle in der Cybersicherheit von Unternehmen darstellen können. Da die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben zunehmend verschwimmen, sollten Unternehmen ihre Sicherheitsrichtlinien überarbeiten, um Geschäftsdaten besser zu schützen. Unter anderem ergab die Umfrage, dass 45 Prozent der deutschen Befragten auch von privaten Geräten auf Unternehmensdaten zugreifen.

Für die Studie "Head in the Clouds" von Trend Micro wurden über 13.000 Remote-Mitarbeiter in 27 Ländern weltweit (davon 504 in Deutschland) befragt, um mehr über die Gewohnheiten von Arbeitnehmern im Homeoffice während der Pandemie zu erfahren.

Es stellte sich heraus, dass 45 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Deutschland (39 Prozent weltweit) private Geräte verwenden, um auf Unternehmensdaten zuzugreifen. Dies geschieht häufig über Dienste und Anwendungen, die in der Cloud gehostet werden. Die genutzten persönlichen Smartphones, Tablets und Laptops sind jedoch oftmals weniger sicher als entsprechende Firmengeräte und zudem potenziell verwundbaren IoT-Anwendungen und -Gadgets (Internet of Things, Internet der Dinge) im Heimnetzwerk ausgesetzt. Über die Hälfte der Befragten (52 Prozent in Deutschland, 36 Prozent weltweit) haben beispielsweise nicht einmal grundlegenden Passwortschutz auf allen persönlichen Geräten.

Dr. Linda K. Kaye, Expertin für Cyberpsychologie, erklärt: "Die Tatsache, dass so viele Mitarbeiter private Geräte für den Zugriff auf Unternehmensdaten und -dienste verwenden, deutet auf ein mangelndes Bewusstsein für die damit verbundenen Sicherheitsrisiken hin. Um Abhilfe zu schaffen und die Risiken zu mindern, empfehle ich Unternehmen, speziell abgestimmte Cybersicherheitsschulungen anzubieten. In diesen sollte die Vielfalt der Benutzer und ihre unterschiedlichen Wissensstände und Einstellungen zur IT-Sicherheit berücksichtigt werden."

Mehr als die Hälfte (68 Prozent in Deutschland, 52 Prozent weltweit) der Remote-Arbeiter haben IoT-Geräte mit ihrem Heimnetzwerk verbunden. Dabei verwenden 7 Prozent (10 Prozent weltweit) Geräte weniger bekannte Marken. Viele solcher Geräte – insbesondere von kleineren, weitgehend unbekannten Herstellern – haben jedoch vielfach dokumentierte Sicherheitslücken, wie nicht gepatchte Firmware-Schwachstellen und unsichere Logins. Diese können es Angreifern ermöglichen, im Heimnetzwerk Fuß zu fassen und mit diesem verbundene, ungeschützte private Geräte zu kompromittieren. Bei beruflicher Nutzung können diese Geräte dann als Einstiegspunkt in die Unternehmensnetzwerke dienen.

Nach der Aufhebung des Lockdowns besteht ein weiteres Risiko für Unternehmensnetzwerke: Bei der Rückkehr ins Büro können im Homeoffice geschehene Malware-Infektionen über ungesicherte persönliche BYOD-Geräte ("Bring Your Own Device") mit ins Unternehmen gebracht werden.

Die Studie ergab weiterhin, dass 65 Prozent der in Deutschland tätigen Remote-Mitarbeiter (70 Prozent weltweit) Firmen-Laptops mit ihrem Heimnetzwerk verbinden. Obwohl diese Geräte in der Regel besser geschützt sind als private, entsteht daraus noch immer ein Risiko für Unternehmensdaten und -systeme. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es den Benutzern gestattet wird, auch nicht genehmigte Anwendungen auf diesen Geräten zu installieren, um damit auf private IoT-Geräte im Heimnetzwerk zuzugreifen beziehungsweise diese zu steuern.

"Zwar wurden durch das IoT auch einfache Geräte mit Rechenleistung und Konnektivitätsfunktionen ausgestattet, jedoch nicht zwingend mit ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen", so Richard Werner, Business Consultant bei Trend Micro. "Durch das Öffnen von Hintertüren in diesen Geräten, wird es Cyberkriminellen erleichtert, Unternehmensnetzwerke zu kompromittieren. Die Bedrohung wird in dem Maße verstärkt, wie in der heutigen Zeit des massenhaften Remote-Arbeitens die Grenzen zwischen privaten und geschäftlichen Geräten immer mehr verschwimmen. Dadurch geraten sowohl persönliche als auch geschäftliche Daten in die Schusslinie von Angreifern. Mehr denn je ist es wichtig, dass jeder einzelne aktiv an der Aufrechterhaltung der Cybersicherheit mitwirkt und dass Unternehmen ihre Mitarbeiter weiterhin hinsichtlich richtigem Verhalten schulen."

Trend Micro empfiehlt Arbeitgebern sicherzustellen, dass ihre Remote-Mitarbeiter die bestehenden Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens einhalten. Falls erforderlich, sollten Unternehmen diese Regeln präzisieren, um die möglichen Bedrohungen durch BYOD- und IoT-Geräte und -Anwendungen zu berücksichtigen.

Unternehmen sollten zudem neu bewerten, mit welchen Sicherheitslösungen sie Mitarbeiter schützen, die über Heimnetzwerke auf Firmendaten zugreifen. Der Umstieg auf ein Cloud-basiertes Sicherheitsmodell kann viele Risiken im Homeoffice auf kosteneffiziente und effektive Weise mindern. (Trend Mirco: ra)

eingetragen: 06.10.20
Newsletterlauf: 12.01.21

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Meldungen: Unternehmen

Überwachungs- und Reaktionsfunktionen für Cybersicherheitsvorfälle

C2A Security und die Stefanini Group haben eine Zusammenarbeit angekündigt, um der Automobilindustrie eine robuste Cybersicherheitslösung anbieten zu können. Die Zusammenarbeit bietet Erstausrüstern und ihren Lieferanten sowohl Stefaninis fortschrittliche Security Operations Center (SOC)-Services als auch die Cybersicherheitslösung für den gesamten Fahrzeuglebenszyklus von C2A Security. So soll die Lücke zwischen Produktsicherheit und Sicherheitsüberwachung geschlossen werden.

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ReliaQuest, US-Anbieterin im Bereich Security Operations und Cybersicherheit, gab die Vereinbarung zur Übernahme von Threat Intelligence-Expertin Digital Shadows für 160 Millionen US-Dollar bekannt. Die umfassende Expertise von ReliaQuest rund um Detection and Response für Cloud-, Netzwerk- und Endpunktumgebungen trifft damit auf das Know-how von Digital Shadows im Bereich Cyber Threat Intelligence (CTI) und Digital Risk Protection (DRP).

BSI und Samsung intensivieren Partnerschaft

Beim Thema sichere mobile Kommunikation (SMK) von Ministerien und Bundesbehörden arbeiten das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) und Samsung zukünftig Hand in Hand: Ein von Samsung entwickeltes Java Card Applet soll – in Kombination mit dem auf dem Galaxy Smartphone verbauten embedded Secure Element (eSE) – die bisher verwendete MicroSD-Karte ersetzen, die gegenwärtig für die Datenverschlüsselung und sichere Datenübertragung genutzt wurde.

Private Akademie für Cybersicherheit

Exclusive Networks hat sich mit führenden Vertretern der IT-Sicherheit zusammengetan, um weltweite Maßnahmen zu entwickeln, die geeignet sind, den Personalmangel im Bereich der Cybersicherheit zu reduzieren. Derzeit fehlen schätzungsweise 2,7 Millionen Fachkräfte.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

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