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Analyse der Sunburst & Kazuar-Backdoor

SolarWinds-Hack: Kaspersky findet Code-Ähnlichkeiten zwischen Sunburst und Kazuar-Backdoor

Bei der Analyse der Sunburst-Backdoor entdeckten die Sicherheitsforscher von Kaspersky eine Reihe von Funktionen, die sich mit denen der im .NET Framework geschriebenen Backdoor ,Kazuar' überschneiden



Die Experten von Kaspersky haben spezifische Code-Ähnlichkeiten zwischen Sunburst und bekannten Versionen der Kazuar-Backdoor gefunden. Diese Art von Malware ermöglicht einen Fernzugriff auf den Computer eines Opfers. Die neuen Erkenntnisse können IT-Sicherheitsforscher bei ihren Analysen des Angriffs weiterbringen. Mitte Dezember 2020 gaben FireEye, Microsoft und SolarWinds die Entdeckung eines großen, hoch komplexen Supply-Chain-Angriffs bekannt, bei dem die bisher unbekannte Malware ,Sunburst' gegen Kunden von SolarWinds Orion eingesetzt wurde.

Bei der Analyse der Sunburst-Backdoor entdeckten die Sicherheitsforscher von Kaspersky eine Reihe von Funktionen, die sich mit denen der im .NET Framework geschriebenen Backdoor ,Kazuar' überschneiden. Kazuar wurde erstmals im Jahr 2017 von Palo Alto beschrieben und dem APT-Akteur Turla zugeschrieben, der diese Backdoor bei Cyberspionageangriffen auf der ganzen Welt eingesetzt hat. Mehrere Ähnlichkeiten im Code deuten auf eine Verbindung zwischen Kazuar und Sunburst hin, wenn auch von noch unbestimmter Natur.

Zu den Gemeinsamkeiten zwischen Sunburst und Kazuar gehören der UID-(User Idenitifier), Generierungsalgorithmus, der Sleep-Algorithmus und die umfassende Verwendung des FNV1a-Hashs. Laut den Experten sind diese Code-Fragmente nicht 100 prozentig identisch, was darauf hindeutet, dass Kazuar und Sunburst verwandt sein könnten, auch wenn die Art dieser Beziehung noch nicht ganz klar ist.

Nach der ersten Bereitstellung der Sunburst-Malware im Februar 2020 wurde Kazuar weiterentwickelt, spätere 2020-Varianten ähneln in gewisser Hinsicht Sunburst noch mehr.

Über die Jahre der Kazuar-Entwicklung hinweg konnten die Experten von Kaspersky eine kontinuierliche Weiterentwicklung feststellen, bei der bedeutende Funktionen hinzugefügt wurden, die Sunburst ähneln. Diese Ähnlichkeiten können unterschiedliche Gründe haben, beispielsweise dass Sunburst von derselben Gruppe wie Kazuar entwickelt wurde, oder die Sunburst-Entwickler Kazuar als Vorlage verwendet haben, oder aber dass ein Kazuar-Entwickler zum Sunburst-Team gewechselt hat, oder dass die beiden Gruppen hinter Sunburst und Kazuar ihre Malware jeweils aus derselben Quelle bezogen haben.

"Die gefundene Verbindung verrät nicht, wer hinter dem Solarwinds-Angriff steckt, bietet jedoch weitere Erkenntnisse, die Forschern dabei helfen können, diese Analyse weiter voranzutreiben", erklärt Costin Raiu, Leiter des Global Research and Analysis Teams (GReAT) bei Kaspersky. "Wir sind davon überzeugt, dass es wichtig ist, dass auch andere Forscher weltweit diese Ähnlichkeiten untersuchen, und versuchen, mehr über Kazuar und den Ursprung der Sunburst-Malware, die gegen Solarwinds eingesetzt wurde, herauszufinden. Beim WannaCry-Angriff beispielsweise gab es in den ersten Tagen nur sehr wenige Fakten, die diesen mit der Lazarus-Gruppe in Verbindung brachten. Mit der Zeit fanden wir jedoch weitere Beweise, die es uns und anderen erlaubten, sie mit hoher Wahrscheinlichkeit miteinander in Verbindung zu bringen. Weitere Analysen zu solchen Angriffen sind entscheidend, um ein umfassenderes Bild zu erhalten." (Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 21.02.21
Newsletterlauf: 06.04.21

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Meldungen: Hintergrund

FireFox-Browser-Erweiterung mittels XPI-Datei

Den Security-Experten von Proofpoint ist es gelungen, eine gefährliche Browser-Erweiterung für Mozilla Firefox zu identifizieren. Die von Proofpoint "FriarFox" getaufte Erweiterung kommt bei einer Kampagne von TA413 (Threat Actor) zum Einsatz, die auf tibetische Dissidenten auf der ganzen Welt abzielt. Die APT-Gruppe (Advanced Persistent Threat) TA413, die mit der chinesischen Regierung in Verbindung gebracht wird, konnte bereits in der Vergangenheit dabei beobachtet werden, wie sie Cyberkampagnen zulasten von Organisationen der tibetischen Unabhängigkeitsbewegung durchführte.

Ransomware noch in der Entwicklung

Der neue Threat Trends Report des Varonis Forensik-Teams zeigt die aktuellen Bedrohungen für Unternehmen und Organisationen weltweit. Die Ergebnisse und Beobachtungen basieren dabei auf durchgeführten Vorfallsreaktionen, forensischen Untersuchungen und Reverse Engineering von Malware-Proben und zeigen eine große Bandbreite an Techniken und Zielen auf: So verdreifachten sich im Vergleich zum Ende des Jahres 2020 Cloud-Angriffe von 9 auf gegenwärtig 29 Prozent.

Android-Überwachungssoftware

Lookout hat zwei neue Varianten einer Android-Überwachungssoftware namens Hornbill und SunBird entdeckt. Das Lookout Threat Intelligence-Team geht davon aus, dass diese Kampagnen mit der Confucius APT in Verbindung stehen, einer bekannten, staatlich geförderten, pro-indischen Advanced Persistent Threat Group (APT). Hornbill und SunBird nutzen hochentwickelte Funktionen, um den Inhalt von SMS-Nachrichten, verschlüsselte Messenger-Apps, Standort- und Kontaktinformationen, Anrufprotokolle sowie Datei- und Verzeichnislisten abzuziehen. Die Überwachungssoftware richtet sich gezielt gegen Beschäftigte, die mit den pakistanischen Militär- und Atombehörden respektive indischen Wahlbeamten und Wahlhelfern in Kaschmir in Verbindung stehen.

Chinesische Bedrohung mit Namen Jian

Check Point Research, die Sicherheitsforscher von Check Point Software Technologies, behalten durchgehend Advanced Persisten Threats (APT) im Auge. Bei den Beobachtungen bemerkten die Experten, dass eine chinesische Hacker-Gruppe es geschafft hatte, eine US-amerikanische Cyber-Waffe zu kopieren, die in der Lage war, Zero-Day-Angriffe durchzuführen. Die neue Form der Bedrohung trägt den Namen Jian (Dschiann), benannt nach einem chinesischen Schwert mit doppelter Klinge. Ursprünglich entwickelt wurde die Malware von der Equation Group, einer APT-Gruppe, bei der Experten davon ausgehen, dass sie eng mit der US-amerikanischen Ermittlungsbehörde NSA zusammenarbeitet. Zuerst aufgetaucht war die Malware 2017 unter dem Namen EpMe, entdeckt von dem Incident Response Team der US-amerikanischen Rüstungsfirma Lockheed Martin.

Malware monetarisiert Datenverkehr

Sicherheitsexperten für Threat Intelligence bei Avast identifizieren Malware im Zusammenhang mit einigen der beliebtesten Plattformen, die sich in mindestens 28 Browser-Erweiterungen von Drittanbietern für Google Chrome und Microsoft Edge versteckt. Die Schadsoftware kann den Datenverkehr der Nutzer auf Werbung und Phishing-Seiten umleiten sowie persönliche Daten wie Geburtsdatum, E-Mail-Adressen und Geräteinformationen extrahieren. Laut den Download-Zahlen in den App-Stores könnten weltweit bereits etwa drei Millionen Anwender betroffen sein. Zu den Erweiterungen, die Nutzern helfen, Videos von Plattformen herunterzuladen, gehören Video Downloader for Facebook, Vimeo Video Downloader, Instagram Story Downloader, VK Unblock und andere Browser-Erweiterungen für Google Chrome sowie einige Add-ons für Microsoft Edge. Die Sicherheitsexperten konnten in den Erweiterungen, die auf JavaScript basieren, bösartige Codezeilen identifizieren. Diese ermöglichen den Add-ons, weitere Malware auf den PC eines Benutzers herunterzuladen.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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