Emotet-Malware wieder beobachtet

Neue Emotet-Aktivitäten unterscheiden sich drastisch vom typischen Modus Operandi von Emotet

Ziel von Emotet sind Windows-Plattformen, um Malware zu verbreiten



Die Experten von Proofpoint haben kürzlich Emotet-Aktivitäten beobachten können, die sich drastisch vom typischen Modus Operandi von Emotet unterscheiden. Diese neuen Bedrohungsmuster traten in einer Art "Frühjahrspause" auf, in der besonders wenig andere Emotet-Aktivitäten festgestellt werden konnten. Die Cyberkriminellen hinter Emotet haben seitdem ihre typischen Aktivitäten wieder aufgenommen, um Mitarbeiter von Unternehmen zum Ausführen schädlicher Software zu verleiten.

Proofpoint geht davon aus, dass die Gruppe, die Emotet verbreitet, wahrscheinlich neue Taktiken, Techniken und Prozeduren (TTPs) in kleinerem Umfang testet, bevor sie diese in groß angelegten Kampagnen zum Einsatz bringt.

Die verdächtigen Aktivitäten werden der Cyberkriminellen-Gruppe TA542 zugeschrieben, die OneDrive-URLs zu einem Zip-Archiv mit XLL-Dateien verwendete, über die wiederum die Emotet-Malware verbreitet wurde.

Sherrod deGrippo, Vice President Threat Research and Detection bei Proofpoint, warnt: "Nach Monaten gleichbleibender Aktivität ändert Emotet seine Vorgehensweise. Es ist wahrscheinlich, dass die Hintermänner neue Verhaltensweisen in kleinem Maßstab testen, bevor sie diese auf breiterer Basis einsetzen, oder dass sie sie über neue TTPs parallel zu ihren bestehenden groß angelegten Kampagnen verbreiten. Unternehmen sollte diese neue Vorgehensweise bewusst sein und sie sollten sicherstellen, dass sie auch entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen."

Emotet

Emotet ist ein weit verbreitetes Botnet bzw. ein Trojaner. Ziel von Emotet sind Windows-Plattformen, um Malware zu verbreiten. Bis zu seiner zwischenzeitlichen Abschaltung im Januar 2021, galt Emotet als eine der produktivsten cyberkriminellen Bedrohungen.

Im November des vergangenen Jahres, zehn Monate nach seinem Verschwinden aus der Bedrohungslandschaft, beobachtete Proofpoint die Rückkehr dieses berüchtigten Botnetzes. Seitdem hat die mit Emotet in Verbindung stehende Gruppe TA542 Tausende von Unternehmen mit Zehntausenden von Nachrichten rund um die Welt ins Visier genommen. In einigen Fällen umfasste das Nachrichtenvolumen pro Kampagne mehr als eine Million E-Mails.

Details zu den Aktivitäten

Proofpoints Security-Experten entdeckten eine kleine Anzahl von E-Mails, die Emotet verbreiten. Die E-Mail-Konten der Absender schienen kompromittiert zu sein. Und die E-Mails wurden nicht vom Emotet-Spam-Modul versendet. Der Betreff der E-Mails war einfach gehalten und enthielt Worte wie "Salary". Die E-Mails selbst enthielten lediglich OneDrive-URLs und keine weiteren Inhalte. Allerdings verwiesen die OneDrive-URLs auf Zip-Dateien mit Microsoft-Excel-Add-in-Dateien (XLL).

Für die Zip-Archive und XLL-Dateien verwendeten die Angreifer dieselben Köder wie für die E-Mail-Betreffzeile, z. B. "Salary_new.zip". Dieses präparierte Archiv enthielt vier Kopien derselben XLL-Datei mit Namen wie "Salary_and_bonuses-04.01.2022.xll". Sobald die XLL-Dateien ausgeführt werden, wird Emotet unter Ausnutzung des Epoch-4-Botnets heruntergeladen und ausgeführt.

Die kürzlich identifizierten Aktivitäten unterscheiden sich von den zuvor beobachteten Emotet-Kampagnen durch folgende Merkmale:

>> Das geringe Volumen der Aktivität. Normalerweise wird Emotet im Rahmen hochvolumiger E-Mail-Kampagnen verbreitet, die an viele Unternehmen weltweit versendet werden, wobei einige Kampagnen in den letzten Wochen insgesamt eine Million Nachrichten umfassten.

>> Die Verwendung von OneDrive-URLs. In der Regel wird Emotet mittels Microsoft Office-Anhängen oder URLs (die zu kompromittierten Websites führen) verbreitet, bei denen ebenfalls Office-Dateien zum Einsatz kommen.

>> Die Verwendung von XLL-Dateien. In der Regel werden zur Verbreitung von Emotet Microsoft Excel- oder Word-Dokumente genutzt, die VBA- oder XL4-Makros enthalten. XLLs sind eine Art Dynamic-Link-Library-Dateien (DLL) für Excel und dienen dazu, die Funktionalität der Anwendung zu erweitern.

Dennoch schreiben die Analysten von Proofpoint diese Aktivität mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Bedrohungsakteur TA542 zu, da diese Gruppe die Emotet-Malware seit 2014 kontrolliert und nicht an andere Cyberkriminelle vermietet hat. (Proofpoint: ra)

eingetragen: 27.04.22
Newsletterlauf: 08.06.22

Proofpoint: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

70 verschiedene Familien von Discord-Stealern

Zugänge zu Discord-Konten sind zurzeit bei Kriminellen heiß begehrt: Das Malware-Analyse-Team von G Data CyberDefense hat seit Jahresanfang knapp 70 neue Schädlingsfamilien entdeckt, die Konten von Gamern und Influencern auf der Plattform für Video- und Sprachkonferenzen im Visier haben – und ständig kommen neue dazu.

Emotet breitet sich selbstständig via Spam aus

Emotet, die laut Europol gefährlichste Malware der Welt, "feiert" ein Jahr nach ihrer Zerschlagung derzeit ein trauriges Comeback. Laut Kaspersky-Telemetrie hat sich die Zahl der Angriffe über dieses Botnet allein von Februar auf März 2022 verdreifacht. 2,2 Prozent der attackierten Unternehmen und Privatpersonen im ersten Quartal stammten aus Deutschland, das zu den Top 10 der betroffenen Länder zählt.

400 neue Varianten von Ginzo

Was für Anbieter legitimer Software schon lange üblich ist, wird gerade auch zum Trend in der Malware-Branche: Neukunden mit attraktiven Gratis-Angeboten locken und ihnen nach und nach kostenpflichtige Lösungen verkaufen. Der von den Malware-Forschern von G Data CyberDefense entdeckte Ginzo-Stealer folgt genau diesem Muster und hat es auf Passwörter, Kryptowährungen und Systemdaten abgesehen.

Spring4Shell erinnert in viel an Log4Shell

Die neue Schwachstelle "Spring4Shell" im Spring Framework macht Java-Anwendungen potenziell für Remote Code Executions (RCE) angreifbar. Die Security-Experten von Controlware unterstützen Kunden mit Compromise Assessments, Vulnerability Scans und Threat Hunting dabei, verwundbare Systeme zu lokalisieren und auf einen möglichen Befall zu untersuchen.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.