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Tipps für den Fall einer Ransomware-Infektion

Wie gefährlich ist die Ransomware Snake/Ekans für Industrieanlagen?

Malware greift zwar nicht direkt ICS-Prozesse an, ist dennoch gefährlich für kritische Infrastrukturen und OT-Systeme



Ende Januar wurde eine neue Art der Ransomware Snake identifiziert, die vermeintlich eine Kill-List zur Lahmlegung bestimmter ICS-Prozesse enthielt. Ersten Untersuchungen gemäß sei sie darauf angelegt, industrielle Prozesse zu stören, indem sie direkt auf die Ausrüstung des industriellen Kontrollsystems (ICS) abzielt. Sicherheitsforscher des Spezialisten für industrielle Cybersicherheit Claroty haben jetzt herausgefunden, dass dies jedoch nicht der Fall ist. Besteht also Grund zur Entwarnung? Leider nicht, denn durch die zunehmende Konvergenz zwischen IT- und industriellen Netzwerken besteht auch hier die Gefahr einer massiven Störung, wenn Angriffe auf IT-Systeme auch auf Produktionsstätten überspringen (Spillover-Effekt). Solche "Kollateralschäden" konnten wir bei NotPetya und WannaCry beobachten.

Im Gegensatz zu ICS-spezifischer Malware wie Triton und Industroyer kommuniziert Snake nicht mit ICS-Geräten und ist nicht in der Lage, die Logik oder die Tag-Werte solcher Geräte zu ändern, da es die dafür erforderlichen industriellen Kommunikationsprotokolle nicht nutzt. Die starke Präsenz von ICS-Prozessen in der Snake-Kill-Liste deutet jedoch darauf hin, dass die anvisierten Ziele der Lösegeldforderung tatsächlich ICS-Prozesse sind.

Der Hauptunterschied besteht darin, dass Snake nicht versucht, solche Prozesse zu unterbrechen, indem sie direkt auf ICS-Geräte abzielt, sondern ein viel breiteres Netz auswirft und auf die gesamten IT-Netzwerke von Unternehmen abzielt – von denen viele mit ICS-Netzwerken und damit Prozessen verbunden sind. Folglich ist jeder Schaden an ICS-Prozessen, der auftritt, wahrscheinlich ein Nebenprodukt der Verschlüsselung der HMI-Konfiguration durch die Lösegeldforderung und/oder anderer Arten von IT-Dateien, die für ICS-Prozesse kritisch sind.

Insofern sollte Snake/Ekans als ernste Warnung begriffen werden, dass durch die Konvergenz von IT und ICS bzw. OT ernste Sicherheitsrisiken entstanden sind. Auch wenn diese Malware nicht in der Lage ist, mit ICS-Geräten über OT-Protokolle zu kommunizieren, kann sie dennoch aufgrund der Architektur vieler IT- und ICS/OT-Netzwerke in Industrieunternehmen und kritischen Infrastrukturen die Verfügbarkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit von ICS-Prozessen beeinträchtigen.

Und sie ist womöglich ein Vorgeschmack auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der industriellen Cybersicherheit: "Während die meisten Ransomware-Kampagnen sich bisher auf IT-Systeme konzentrierten, gehen wir davon aus, dass Systeme der Betriebstechnik (OT) zunehmend gefährdet sind, da Unternehmensnetzwerke mit Industrienetzwerken konvergieren und Angreifer nach alternativen Mitteln zur Erpressung von Unternehmen suchen. Anstatt Daten zu gefährden, sind neue Typen dieser Malware darauf ausgelegt, den Betrieb der Anlagen zu stören und im schlimmsten Fall auch die Sicherheit von Menschen zu gefährden", sagt Dave Weinstein, CSO des OT-Security-Spezialisten Claroty.

Empfehlungen zur Risikominimierung

Das Claroty-Forscherteam empfiehlt folgende Schritte, um proaktiv das Risiko durch Snake, andere Ransomware oder destruktiver Malware zu reduzieren:

>> Netzwerksegmentierung: Die Netzwerksegmentierung ist ein entscheidendes Element zum Schutz eines ICS-Netzwerks. Die Sicherheitsforscher empfehlen, die Kommunikation zwischen verschiedenen Netzwerksegmenten je nach Kritikalität und Nutzbarkeit einzuschränken. Dieser Ansatz trägt wesentlich dazu bei, das Ausmaß zu minimieren, in dem sich Malware und Angreifer innerhalb Ihres ICS-Netzwerks ausbreiten können.

>> Datensicherheit: Häufige Backups der Daten sind unerlässlich und sollten immer offline an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Es kann auch vorteilhaft sein, mehrere Backups besonders sensibler Daten an verschiedenen Orten aufzubewahren sowie Backups zu testen, indem verschiedene Angriffsszenarien simuliert werden.

>> Software- und Firmware-Updates: Da die Ransomware oft über Exploit-Kits verteilt wird, ist es unerlässlich, sicherzustellen, dass alle Betriebssysteme, Software-Versionen, Plugins und Browser im Netzwerk routinemäßig gepatcht und aktualisiert werden.

>> Nutzer-Richtlinien: Nutzerberechtigungen sollten dringend eingeschränkt werden, indem nach einem Least-Privilege-Ansatz nur ausgewählte, vertrauenswürdige Nutzer Zugriff auf Anwendungen erhalten und diese installieren und ändern können. Auf diese Weise kann die Ausführung und/oder Verbreitung von Malware innerhalb des Netzwerkes deutlich begrenzt werden. Zudem ist es angeraten, eine Benutzerzugriffskontrolle (UAC) zu implementieren, um unberechtigte Änderungen der Benutzerrechte zu verhindern.

>> Netzwerk-Management: Es ist wichtig sicherzustellen, dass die Firewalls richtig konfiguriert und aktualisiert, dass nicht verwendete Ports überwacht und geschlossen und dass nicht verwendete Protokolle blockiert werden.

Tipps für den Fall einer Ransomware-Infektion

Schaden minimieren

>> Identifizieren, isolieren und entfernen Sie die infizierten Assets: Die sofortige Trennung vom Netzwerk kann dazu beitragen, die Verbreitung der Ransomware auf gemeinsam genutzte Laufwerke und angeschlossene Systeme zu verhindern.

>> Bestimmen Sie den Infektionsvektor: Um eine saubere Wiederherstellung von Backups sicherzustellen, muss man wissen, welche Backups aus welchem Zeitraum wiederhergestellt werden müssen. Dies hängt in der Regel davon ab, wann der Ransomware-Angreifer in das Netzwerk eingedrungen ist. Es ist bekannt, dass Angreifer in Netzwerke eindringen, um eine möglichst breite Angriffsfläche zu schaffen, und zwar Tage oder sogar Wochen, bevor die Lösegeldforderung ausgeführt wird und die Verschlüsselungsphase beginnt.

>> Benachrichtigen Sie die Mitarbeiter: Stellen Sie sicher, dass die Mitarbeiter wissen, dass ein Ransomware-Angriff stattgefunden hat bzw. im Gange ist. Jeder Mitarbeiter muss dem Vorfallreaktionsplan gemäß handeln und damit sicherstellen, dass die Sicherheit der Daten und Anlagen gewährleistet ist bzw. wiederhergestellt wird.

Daten wiederherstellen

>> Bestimmen Sie einen sicheren Zeitpunkt: Ermitteln Sie den Zeitpunkt, zu dem die Lösegeldforderung Ihr ICS-Netzwerk infiziert hat. Stellen Sie die letzten sauberen Dateien aus einem Backup kurz vor dem Infektionsdatum wieder her.

>> Stellen Sie infizierte Systeme wieder her: Wenn eine Produktionsdatenbank oder industrielle Anwendung infiziert wurde, nutzen Sie Backup-Lösungen, um ein Image oder eine virtuelle Maschine innerhalb von Minuten hochzufahren und gleichzeitig Vorkehrungen zu treffen, um die Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse zu minimieren.

(Claroty: ra)

eingetragen: 22.03.20
Newsletterlauf: 26.05.20

Claroty: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

Android-Nutzer: Social-Media-Accounts über Cookies gekapert

Kaspersky hat zwei neuartige Malware-Varianten für Android entdeckt, die sich über die Smartphones ihrer Opfer Zugriff auf die Accounts beliebter Sozialer Medien und Messenger-Dienste verschaffen können. Dabei greift die Malware Cookies ab, die vom Browser oder der App beispielsweise genutzt werden, um dem Anwender ein erneutes Anmelden zum Konto zu ersparen. Über die gekaperten Accounts kann dann allerdings unbemerkt unerwünschter Inhalt verbreitet werden; der kompromittierte Nutzer wird in diesem Fall – ohne es zu wissen – zur Spam- und Phishing-Schleuder. Bei Cookies handelt es sich zunächst einmal um Datensätze kleinen Umfangs, über die Webseiten das Verhalten der Nutzer erkennen und dementsprechend eine personalisierte User Experience gestalten können. So nutzen einige Webseiten Cookies, um den Anwender über eine eindeutige Session-ID zu identifizieren. Dadurch wird ein erneutes Anmelden – etwa bei Sozialen Netzwerken – vermieden. Kommen jedoch Dritte wie beispielsweise Cyberkriminelle in den Besitz dieser ID, können sie in fremde Accounts eindringen und die Kontrolle darüber übernehmen.

Weltweite Malware-Kampagnen nutzen Corona

Panik und Verwirrung über den Ausbruch des Coronavirus veranlassen Cyberkriminelle, Malware-Kampagnen auf der ganzen Welt auszusteuern. Dabei setzen die Cyberkriminellen bei ihren gezielten Angriffen auf eine bewährte Taktik, um die Geräte der Opfer zu infizieren: sie machen sich die Angst der Nutzer zugute. Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes konnten bereits einige gefährliche Betrügereien feststellen. Im Mittelpunkt steht der raffiniert eingesetzte Trojaner Info-Stealer, der sich hinter einer Webseite versteckt, auf der angebliche Live-Daten zu Coronavirus-Fällen auf einer globalen Karten angezeigt werden. Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes stuften die Malware, die den ominösen und vielleicht zu offensichtlichen Dateinamen "corona.exe" trug, zunächst als Trojan.Corona ein. Nach weiterer Analyse stellten sie jedoch fest, dass diese Malware eigentlich eine Variante von AzorUlt ist, einer Familie von Spyware, die Informationen stiehlt und zusätzlich weitere Malware verbreitet.

Corona-Köder in Phishing-E-Mails

Seit Januar beobachten wir sowohl Cyber-Kriminelle als auch – wie wir annehmen – staatlich geförderte Spionagekampagnen, die das Thema COVID-19 als Köder in Phishing-E-Mails nutzen. Mit Ködern sind E-Mail-Anhänge und Links gemeint, die zwar seriös aussehen, aber Schadcode enthalten. Diese Aktivitäten haben seit Januar zugenommen, da immer mehr Nationen von Infektionen betroffen sind. Einige der von uns beobachteten Malware-Kampagnen sind für eine große Menge an Spam- und Phishing-E-Mails verantwortlich und werden auch für die Verbreitung von Ransomware verwendet (beispielsweise Emotet, Trickbot, Nanocore, AZORult, FormBook, Remcos RAT und AgentTesla).

Bisher unbekannte Malware namens RedLine Stealer

Als ob der Schaden für die Allgemeinheit, für Unternehmen und für viele Menschen auch im privaten Umfeld nicht schon groß genug wäre: Kriminelle nutzen die aktuelle Unsicherheit rund um das Corona-Virus SARS-CoV-2 und die Pandemie COVID-19 für umfangreiche Cyberangriffe. Das berichten die Cybersicherheitsforscher des US-amerikanischen Cybersecurity-Unternehmens Proofpoint. Es handelt sich um eine der größten, wenn nicht sogar die größte E-Mail-Kampagne, die jemals unter einem einzigen Thema durchgeführt wurde. Unter anderem umfasst die Kampagne neue Angriffe der sehr aktiven Hacker-Gruppen TA505 und TA564 (Thread Actor). Diese setzen dabei auf ausgeklügelte Attacken auf das US-Gesundheitswesen, die Fertigungs- und Pharmaindustrie sowie auf das öffentliche Gesundheitswesen.

Sicherheitsforscher warnen vor bösartigen Azure-Apps

Sicherheitsforscher von Varonis Systems weisen mit einem neuen Proof of Concept auf die Gefahren bösartiger Azure-Apps hin. Durch diese Angriffsart stehen Hacker im Wesentlichen die gleichen Möglichkeiten offen wie durch das Ausführen bösartiger Exe-Dateien oder die Aktivierung von Makros in Dokumenten. So können Daten exfiltriert, E-Mail-Konten gekapert und Informationen über Gruppen-Mitglieder ausgelesen werden. Als besonders gefährlich stufen die Experten dabei die Erstellung einzigartiger Links zu genutzten Dateien ein. Diese sind für jeden von jedem beliebigen Ort aus zugänglich, auch wenn das Unternehmen keine anonymen Sharing-Links zulässt. Trotz der enormen Risiken ist dieser Angriffsvektor bislang noch recht unbekannt. Insofern sollten Sicherheitsverantwortliche ihre Mitarbeiter hierfür gezielt sensibilisieren, die eingesetzten Azure-Apps regelmäßig überprüfen und verdächtige Anwendungen gegebenenfalls entfernen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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