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Zugang zu den Bankdaten eines Opfers

Google Play Store erneut gefährdet: Check Point findet neun infizierte Apps

Malware-Dropper Clast82 lädt Schadprogramme auf ein Smartphone



Check Point Research, die Forschungsabteilung von Check Point Software Technologies hat den Google Play Store erneut untersucht und wurde fündig. In neun Utility-Apps versteckt sich der Malware-Dropper Clast82, darunter Programme zur Aufzeichnung des Bildschirms oder für VPN-Verbindungen. Diese Art von Schädling infiziert echte Anwendungen, wird mit diesen heruntergeladen und installiert, kontaktiert seinen Command & Control Server (C&C), um die Konfiguration zu erhalten und lädt dann heimlich andere Malware auf das Smartphone des Nutzers. Sie ist sozusagen die Vorhut einer Armee, die den Boden bereitet.

Clast82 ist vor allem darauf ausgelegt, den Hackern dahinter einen Zugang zu den Bankdaten des Opfers zu verschaffen – und das Mobiltelefon völlig zu übernehmen. Zu diesem Zweck lädt Clast82 die spezielle Malware AlienBot Banker nach, die Zwei-Faktor-Authentifizierungen von Bankkonten umgehen kann. Es handelt sich um eine Malware-as-a-service, was bedeutet, dass sie im Dark Net vermietet wird und damit jedem Hacker, der zahlen kann, zur Verfügung steht. Gleichzeitig ist Clast82 selbst mit einem Mobile Remote Access Trojan (MRAT) ausgerüstet, der über die bekannte Anwendung TeamViewer eine Kontrolle über das Smartphone ermöglicht – in solch vollständigem Umfang, als hielte der Hacker das Handy in der Hand.

Erneut gelang es damit einer Malware, die hauseigene Play Protection von Google links liegen zu lassen. In diesem Fall nutzten die Akteure öffentlich einsehbare Codes von Github (Open Source) und Firebase (Google), um die Erkennung auszutricksen. Im Einzelnen:

Firebase als Plattform zur Kommunikation mit dem C&C: Während der Prüfung von Clast82 durch Play Protection haben die Angreifer die Konfiguration der Malware mithilfe von Firebase geändert. Sie haben das schädliche Verhalten vorübergehend deaktiviert, bis Google Play die Prüfung abgeschlossen hatte.

Github als Plattform für die schädliche Zusatz-Malware: Die Angreifer haben für jede infizierte App ein neues Entwickler-Konto im Google Play Store erstellt, begleitend zu einem passenden Speicher im Github-Konto der Hacker. Das ermöglichte ihnen, verschiedene Nutzlasten an infizierte Smartphones zu schicken, je nachdem, mit welcher App sie infiziert wurden.

Es ist unklar, wie viele Nutzer bereits zum Opfer dieser Malware-Kampagne geworden sind, doch Check Point Research informierte am 28. Januar 2021 verantwortungsbewusst Google und bekam am 9. Februar die Bestätigung, dass die 10 schädlichen Apps aus dem Play Store entfernt wurden.

Manager of Mobile Research bei Check Point, Aviran Hazum, berichtet zur Nachforschung: "Der Hacker hinter Clast82 war in der Lage, die Schutzmaßnahmen von Google Play mit einer kreativen, aber bedenklichen Methode zu umgehen. Der schlichte Missbrauch von leicht verfügbaren Drittanbieter-Werkzeugen – wie einem GitHub-Konto oder einem FireBase-Konto – reichte aus, um die Schutzmaßnahmen des Google Play Store zu umgehen. Die Opfer dachten, sie würden ein harmloses Dienstprogamm aus dem offiziellen Android-Markt herunterladen. Stattdessen erhielten sie einen gefährlichen Trojaner, der es auf ihre Bankkonten abgesehen hatte. Die Fähigkeit dieses Droppers, unentdeckt zu bleiben, unterstreicht die Wichtigkeit von Sicherheitslösung für Mobilgeräte. Sie zeigt auch, dass es nicht genügt, eine neue App im Play Store nur während der Testphase zu prüfen und danach für sicher zu halten, sondern es muss das Smartphone selbst geschützt werden." (Check Point Software Technologies: ra)

eingetragen: 06.04.21
Newsletterlauf: 14.06.21

Check Point Software Technologies: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

Verlagerung der TA453-Zielsetzung

Wie gezielt mutmaßlich staatlich unterstützte Hacker gegen Zielpersonen in anderen, "feindlichen" Ländern vorgehen, zeigt eine aktuelle Kampagne der Gruppe TA453 (Threat Actor 453, auch bekannt unter den Namen Charming Kitten bzw. Phosphorus). Diese Gruppe wird mit der iranischen Regierung in Verbindung gebracht und attackiert leitende Forscher aus dem medizinischen Bereich in den USA und in Israel. Mit der neuen Kampagne – BadBlood – verlagert TA453 sein Ziel auf die medizinische Forschung (Genetik, Onkologie und Neurologie) und versucht dabei auch in den Besitz von Patientendaten zu gelangen. Die Kampagne zielt darauf ab, die Login-Daten der Forscher zu entwenden. Dazu setzen die Angreifer auf gefälschte E-Mails, mit denen sie ihre Opfer in die Falle locken wollen.

Android-Malware kapert WhatsApp-Nachrichten

Die Sicherheitsforscher von Check Point Research sind auf eine neue Malware im Google Play Store aufmerksam geworden, die sich in der Anwendung FlixOnline verbarg. FlixOnline behauptete, den Nutzern überall auf der Welt einen Zugang zur Netflix-Bibliothek zu ermöglichen. Tatsächlich handelte es sich um einen Betrug. Der Download enthielt eine Malware im Stile eines klassischen Wurmes. Nach der Installation auf dem Smartphone forderte die Anwendung den Nutzer auf, ihr notwendige Berechtigungen zu erteilen. Dazu zählten Overlay, Ignore Battery Optimization und Notifications:Overlay (Im Vordergrund ausführen) ermöglicht es einer bösartigen Anwendung, neue Fenster über denen anderer Anwendungen liegend zu öffnen. Dies wird in der Regel von Malware angefordert, um einen gefälschten Anmelde-Bildschirm für andere Apps zu erstellen, mit dem Ziel, die Anmeldedaten des Nutzers zu stehlen.

Zero-Day-Attacke gegen Microsoft

Check Point Research, die Forschungsabteilung von Check Point Software Technologies, nahm sich die Zero-Day-Attacken gegen Microsoft E-Mail-Exchange vor und beobachtete genau die Vorgänge. Innerhalb von 24 Stunden, so die Experten, verdoppelten sich die Angriffe weltweit, welche die Sicherheitslücke ausnutzen wollten, alle zwei oder drei Stunden. Außerdem fanden sie heraus, welche Länder am stärksten betroffen sind. Auf Platz eins liegt die Türkei (19 Prozent), gefolgt von den Vereinigten Staaten (18 Prozent) und Italien (10 Prozent). Deutschland (7 Prozent) liegt noch auf dem vierten Platz.

NimzaLoader ist eine neue Malware

Die Sicherheitsforscher von Proofpoint haben eine neuartige Malware näher analysiert, die die Cyberkriminellen von TA800 (Threat Actor) kürzlich im Rahmen einer E-Mail-Kampagne verbreiteten. Die neue Initial Access Malware, der die Cybersecurity-Experten den Namen NimzaLoader gaben, weist eine Reihe von Besonderheiten auf, welche im neuesten Blog von Proofpoint genauer unter die Lupe genommen wurden. Die Hackergruppe TA800 hatte sich seit April 2020 überwiegend darauf spezialisiert, die Schadsoftware BazaLoader in ihren Cyberkampagnen zu verbreiten. Im vergangenen Februar jedoch, konnten die Security-Spezialisten von Proofpoint eine E-Mail-Kampagne beobachten, bei der TA800 eine neue Schadsoftware zum Einsatz brachte. Die von Proofpoint NimzaLoader getaufte Malware wurde von seinen Entwicklern in der Programmiersprache Nim geschrieben.

Drei Varianten der fortschrittlichen Backdoor BADHATCH

Die Cyberkriminellen der FIN8-Gruppe haben die Möglichkeiten des Backdoor-Toolkits BADHATCH für ihre Zwecke erweitert und greifen Unternehmen mit neuen Varianten gezielt an. Die Experten der Bitdefender Labs konnten feststellen, dass die Gruppe nach einer Pause von etwa eineinhalb Jahren in mehreren Ländern wieder aktiv ist. Ins Visier dürfte gezielt der Einzelhandel sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe geraten. Die Hackergruppe FIN8 ist seit 2016 aktiv und hat sich laut MITRE auf den Diebstahl von Kreditkartendaten von POS-Systemen spezialisiert. Dazu nutzt die Gruppe zahlreiche unterschiedliche Angriffsvektoren, darunter seit 2019 eine funktionsreiche Malware namens BADHATCH. Spear-Phishing-Kampagnen der Gruppe zielen außerdem auf den Einzelhandel sowie auf Hotels und Gaststätten ab. Aktuell finden sich auch Versicherungen oder Unternehmen aus der Chemieindustrie unter den Opfern der neuen Variante.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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