Dauer der DDoS-Angriffe veränderte sich erheblich

Cyberkrieg in der Ukraine: DDoS-Angriffe nehmen um 46 Prozent zu

Deutschland mit am häufigsten von Angriffen betroffen - Längste digitale Attacke dauert 177 Stunden



Im ersten Quartal 2022 ist die Anzahl an DDoS-Angriffen um das 4,5-fache im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal gestiegen. Des Weiteren war die durchschnittliche Dauer einer Attacke 80 Mal länger als in Q1 2021. Die Experten von Kaspersky sehen es als wahrscheinlich an, dass diese Zunahme der Angriffe auf hacktivistische Aktivitäten zurückzuführen ist.

DDoS (Distributed Denial of Service)-Angriffe zielen darauf ab, die von Unternehmen und Organisationen genutzten Netzwerkressourcen zu unterbrechen und deren ordnungsgemäßen Betrieb zu beinträchtigen. Erfolgreiche Attacken vor allem auf Behörden und auf Institutionen im Finanzbereich haben weitreichendere negative Auswirkungen, da die Nichtverfügbarkeit dieser Dienste die gesamte Bevölkerung betrifft.

Im ersten Quartal 2022 kam es Ende Februar aufgrund der Krise in der Ukraine zu einem plötzlichen Anstieg der Angriffe: Im Vergleich zum vierten Quartal 2021, in dem die Zahl der von Kaspersky-Lösungen erkannten DDoS-Angriffe ihren bisherigen Höchststand erreicht hatte, stieg die Gesamtzahl der DDoS-Angriffe im ersten Quartal 2022 um 46 Prozent. Dies entspricht einem Anstieg um das 4,5-fache. Die Anzahl der intelligenten, fortschrittlichen und zielgerichteten Angriffe wies ebenfalls einen bemerkenswerten Anstieg von 81 Prozent im Vergleich zum vorherigen Höchstwert aus dem vierten Quartal 2021 auf. Die Attacken wurden nicht nur im großen Maßstab durchgeführt, sondern waren auch innovativer. Beispiele hierfür sind eine Website, die das beliebte 2048-Puzzlespiel imitiert, um DDoS-Angriffe auf russische Websites zu gamifizieren, und ein Aufruf zum Aufbau einer freiwilligen IT-Armee, um Cyberangriffe zu erleichtern.

Des Weiteren verlängerte sich die Dauer der DDoS-Angriffe erheblich. Ein durchschnittlicher DDoS-Angriff dauerte 80-Mal länger als im ersten Quartal 2021. Der längste Angriff wurde am 29. März mit einer atypisch langen Dauer von 177 Stunden festgestellt.

Deutschland weltweit mit am häufigsten angegriffen

Im ersten Quartal 2022 wurden in den USA ansässige Ressourcen am häufigsten von DDoS-Angriffen getroffen (44,3 Prozent), gefolgt von China (11,6 Prozent) und Deutschland (5,0 Prozent). Ein Blick auf die geografische Verteilung der Botnet-C&Cs zeigt zudem, dass sich mehr als die Hälfte der im ersten Quartal aktiven Botnets in den USA befanden (55,5 Prozent), was einem Anstieg von 9,04 Prozentpunkten entspricht. Deutschland (8,3 Prozent) rückte auf den zweiten Platz vor, gefolgt von den Niederlanden (8,0 Prozent).

"Im ersten Quartal 2022 haben wir eine so hohe Anzahl von DDoS-Angriffen wie nie zuvor gesehen", kommentiert Alexander Gutnikov, Sicherheitsexperte bei Kaspersky. "Dies ist weitestgehend auf die geopolitische Lage zurückzuführen. Ungewöhnlich ist die lange Dauer der DDoS-Angriffe, die in der Regel mit dem Ziel eines sofortigen Gewinns durchgeführt werden. Einige der von uns beobachteten Angriffe dauerten Tage und sogar Wochen, was darauf hindeutet, dass sie möglicherweise von ideologisch motivierten Cyberaktivisten durchgeführt wurden. Und viele Organisationen waren nicht auf die Bekämpfung solcher Bedrohungen vorbereitet. All das hat dazu geführt, dass wir uns stärker bewusst sind, wie umfangreich und gefährlich DDoS-Angriffe sein können. Sie erinnern uns auch daran, dass Unternehmen gegen solche Angriffe gewappnet sein müssen." (Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 10.06.22
Newsletterlauf: 13.07.22

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Meldungen: Statistiken

Starker Anstieg von Phishing-Downloads

Netskope hat ihren neuen Cloud and Threat Report veröffentlicht, der die Malware-Downloads aus der Cloud und dem Internet in den letzten zwölf Monaten untersucht. Aus diesem geht unter anderem hervor, dass die Zahl der Phishing-Downloads um 450 Prozent zugenommen hat, angeheizt durch Angreifer, die SEO-Techniken einsetzen, um schädliche PDF-Dateien ganz oben in den Rankings beliebter Suchmaschinen wie Google und Bing zu platzieren.

Bedrohungen gegen die kritische Infrastruktur

Trellix veröffentlichte ihren "Threat Labs Report: April 2022" über die Aktivitäten von Cyber-Kriminellen in den letzten sechs Monaten. Daraus geht deutlich hervor, dass sich Cyber-Angriffe vermehrt gegen einzelne Verbraucher richten. Aber auch das Gesundheitswesen sowie die Transport-, Fracht-, Fertigungs- und IT-Branchen verzeichnen einen starken Anstieg der Bedrohungen.

Netzwerkangriffe auf Dreijahreshoch

Der gerade veröffentlichte, jüngste Internet Security Report von WatchGuard Technologies belegt für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2021 eine klare Malware-Konzentration in Europa. In der EMEA-Region war die Anzahl der erkannten Malware-basierten Gefahren im Vergleich mit dem Rest der Welt nahezu doppelt so hoch. Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang aber auch erneut die Qualität der einschlägigen Bedrohung.

Schädlichen Cybersecurity-Angriff verhindern

KnowBe4 gibt die Ergebnisse ihres Berichts über die meistgeklickten Phishing-Angriffe im ersten Quartal 2022 bekannt. "In unserem jüngsten vierteljährlichen Phishing-Bericht haben wir festgestellt, dass E-Mails mit Feiertagsmotiven die Mitarbeiter am meisten zum Anklicken verleiten", sagt Stu Sjouwerman, CEO von KnowBe4. "Personalbezogene Nachrichten, beispielsweise eine Änderung des Zeitplans für die Feiertage, haben vermutlich deshalb das Interesse der Mitarbeiter geweckt, da diese nachsehen wollten, ob sie aufgrund der Feiertage einen zusätzlichen freien Tag oder einen verkürzten Arbeitsplan erhalten.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

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