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Krypto-Miner verdrängen Ransomware


Bericht über Schadsoftware zeigt weltweit deutliche Steigerung der Angriffe auf Unternehmen um bis zu 100 Prozent
Informationsdiebstahl 2018 häufigste Angriffsart auf Unternehmen in Deutschland - 2018 im Zeichen von großen Datenschutzverletzungen



Malwarebytes veröffentlichte ihren Sicherheitsbericht mit einer Analyse der wichtigsten Malware-Bedrohungen im Jahr 2018. Im Gegensatz zu den vierteljährlichen Berichten von Malwarebytes über Cyber-Kriminalitätstaktiken und -techniken, die Kennzahlen über einen Zeitraum von drei Monaten vergleicht, betrachtet der jährliche State of Malware-Bericht Januar bis November 2018 mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2017. Das Sicherheitsunternehmen vergleicht dabei die von Forschern gesammelten Erkenntnisse mit Daten, die von Honeypots, virtuellen Sandboxes und der eigenen Telemetrie für Geschäfts- und Konsumgüter gesammelt wurden, um die wichtigsten Bedrohungen für das Jahr und Trends in Bezug auf Volumen und Verteilung zu identifizieren.

In letzten Bericht von Malwarebytes "Q3 2018 Cybercrime Tactics and Techniques" wurde ein Rückgang der Bedrohungen auf der Verbraucherseite festgestellt. Betrachtet man das gesamte Jahr 2018, so zeigt sich, dass sich die Gesamtzahl der Malware-Erkennungen bei Endnutzern zwischen 2017 und 2018 nur geringfügig verändert hat. Überraschenderweise liegt der Wert nur drei Prozent unter dem des Vorjahrs, was auf große Zuwächse bei der Erkennung von Trojanern, Backdoors und Spyware zurückzuführen ist.

Da die Gesamtzahl der Erkennungsraten für Endgeräte von Verbrauchern im Jahresvergleich um drei Prozent gesunken ist, könnte man davon ausgehen, dass auch die Malware-Gesamtzahl zurückgegangen ist. Der Trend zeigt jedoch stattdessen die Verlagerung des Fokus der Cyber-Kriminellen weg von Endverbrauchern hin zu Unternehmen. Tatsächlich stiegen vier Haupt-Malwaregruppen, die auf Geschäftskunden abzielen, von 2017 bis 2018 um mehr als 100 Prozent.

Sechs der Top 10 Erkenntnisse innerhalb des jährlichen "State of Malware"-Reports von Malwarebytes:

Krypto-Miner breiten sich immer weiter aus:
Ransomware wurde in der ersten Jahreshälfte 2018 von einer massiven Welle von Kryptominern entthront, nachdem der Bitcoin-Wert am Ende des Jahres 2017 einen kometenhaften Anstieg erfahren hatte. Bedrohungsakteure ließen scheinbar alle anderen Formen von Angriffen für Experimente mit dieser neuen Technik auf sich beruhen, von Desktop bis Mobile, von Mac-, Windows- und Android-Betriebssystemen bis hin zu software- und browserbasierten Angriffen. Die Kryptomining-Erkennungen stiegen im Jahresvergleich um sieben Prozent - ein kleiner Prozentsatz insgesamt, da die zweite Jahreshälfte für diese Bedrohung langsam war.

2018 das Jahr der Mega-Datenschutzverletzungen:
Im Gegensatz zu den Ransomware-Attacken, die 2017 die Endnutzer und Unternehmen weltweit in Atem hielten, gab es 2018 keine größeren und allumfassendere globalen Ausbrüche. Stattdessen war es das Jahr der Mega-Datenschutzverletzungen. Große Unternehmen wie Facebook, Marriott, Exactis, MyHeritage und Quora wurden Ziel von Attacken, wobei Hunderte von Millionen Kunden betroffen waren. Die Anzahl der insgesamt bedrohten Datensätze stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 133 Prozent.

Ransomware wird immer komplexet:
Im Jahr 2018 kam es zu einem Wandel der Ransomware-Angriffstechniken. Anstelle des klassischen Vorgehens über Malvertising-Exploits, die Ransomware Einfallstore lieferten, führten Bedrohungsakteure gezielte, manuelle Angriffe durch. Der streuende Ansatz wurde durch dedizierte Brute-Force-Attacken ersetzt, wie die erfolgreichsten SamSam-Kampagnen des letzten Jahres zeigten.

Unternehmen im Fokus der Angriffe:
Malware-Autoren legten vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2018 ihr Hauptagenmerk auf Unternehmen hauptsächlich aufgrund der vielversprechenderen Gewinnmaximierung. Die Erkennung von Malware, die auf Unternehmen abzielen, stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich genauer gesagt um 79 Prozent an. Und zwar vor allem aufgrund der Zunahme von Backdoor-Angriffen, Minern, Spyware und Informationsdiebstählen.

Angriffe auf Endverbraucher gehen marginal zurück:
Trotz der Fokussierung auf Unternehmen sanken die Erkennungen von Malware im Consumer-Bereich im Jahresvergleich nur um drei Prozent, was auf die Zunahme von Backdoor-Angriffen, Trojanern und Spyware-Malware-Kategorien im Jahr 2018 zurückzuführen ist. Während 2017 insgesamt 775.327.346 Angriffe auf Endnutzer von Malwarebytes verzeichnet wurden, brachte 2018 rund 25 Millionen weniger Infektionsfälle mit sich.

Schwachstellen von kleinen und mittelständischen Unternehmen verbreiten massiv Trojaner:
Die Nachwirkungen aus dem Leck der NSA-Exploits der ShadowBrokers im Jahr 2017 setzte sich auch 2018 fort. Cyberkriminelle hatten im Vorjahr die SMB-Schwachstellen EternalBlue und EternalRomance genutzt, um gefährliche und anspruchsvolle Trojaner wie Emotet und TrickBot zu verbreiten. Tatsächlich war Informationsdiebstahl 2018 die größte Verbraucher- und Geschäftsbedrohung sowie die größte regionale Bedrohung für Nordamerika, Lateinamerika und Europa, den Nahen Osten und Afrika (EMEA).

Die Top 10 Länder im Bereich Malware-Erkennungen in Unternehmen zeigen ein signifikantes Problem für einen Großteil der Welt mit Malware aus dem Segment Informationsdiebstahl. Diese Malware-Kategorie infiziert einen Endpunkt, hinterlässt dort zusätzliche Malware und bewegt sich weiter durch das Netzwerk und infiziert jedes angeschlossene Computergerät. Von dort aus kann die Malware Anmeldeinformationen stehlen, zusätzliche Bedrohungen installieren und sich per E-Mail weiterverbreiten.

Westliche Länder wie die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland scheinen die Hauptlast der Angriffe im Bereich Informationsdiebstahl zu tragen, obwohl auch viele andere Länder betroffen sind. Im Osten sehen sich Länder wie Indonesien, Malaysia und Thailand dem Zustrom an Backdoor-Malware in ihren Geschäftsnetzwerken auseinandergesetzt.

Länder wie Australien und Brasilien, deren Hauptbedrohungen 2018 Adware und Krypto-Mining waren, haben Grund zur Sorge, da viele Miner und Adware-Familien zusätzliche Malware fallen lassen, Systemeinstellungen ändern, die Rechenleistung verlangsamen oder verbrauchen oder anderweitig den Betrieb stören.
(Malwarebytes: ra)

eingetragen: 30.01.19
Newsletterlauf: 26.02.19

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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