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Zahl der Ransomware-Angriffe halbiert sich

Neue Qualität der Gefahr: Online-Erpressung wird immer häufiger mit Datendiebstahl kombiniert

"Attack Landscape Update": Fast 40 Prozent der Ransomware-Angreifer im Jahr 2020 gehen einen Schritt weiter und drohen mit Veröffentlichung der gestohlenen Daten



Datendiebstahl durch Ransomware-Attacken, Malware zum Sammeln von Informationen und Angriffe auf Lieferketten gehören zu den kritischen Gefahren, die das neue "Attack Landscape Update” von F-Secure aufzeigt. Bei der Untersuchung der Cybercrime-Landschaft im zweiten Halbjahr 2020 stieß der finnische Cybersecurity-Spezialist auf einige dramatische Entwicklungen.

Einer der bemerkenswertesten Trends ist die Weiterentwicklung der Ransomware, die Unternehmen den Zugriff auf ihre Daten unmöglich macht und sie damit erpresst. Im Jahr 2020 ist die Häufigkeit des Einsatzes dieser Schadsoftware förmlich explodiert. Da die Software auch den Diebstahl der Daten ermöglicht, bekommen die Angreifer einen großen Einfluss auf die Opfer. Wenn die Unternehmen die Zahlung eines Lösegeldes verweigern, drohen die Angreifer immer öfter mit der Veröffentlichung der gestohlenen Informationen und erhöhen so den Druck auf die Betroffenen.

Diese Entwicklung, die im Report als "Ransomware 2.0” bezeichnet wird, ist einer der signifikanten Trends im Jahr 2020. Im Vorjahr 2019 hatte es nur eine einzige Ransomware-Familie gegeben, die so vorgegangen ist. Zum Jahresende 2020 haben bereits 15 Ransomware-Familien dieses Vorgehen übernommen. Fast 40 Prozent aller Ransomware-Familien, die im Jahr 2020 entdeckt wurden, stehlen bei ihren Angriffen nun auch die Daten der Opfer.

"Organisationen und Unternehmen, die über verlässliche Backup- und Datenrettungsprozesse verfügen, haben deutlich bessere Chancen, eine Ransomware-Attacke zu überstehen, ohne dass sie Lösegeld zahlen müssen. Dennoch ist ein Datenleck eine extreme Herausforderung, gerade wenn es um vertrauliche Informationen geht", sagt Calvin Gan von F-Secures Tactical Defense Unit. "Die Ransomware-Akteure haben gelernt, dass sie mit neuen Methoden und extrem schneller Handlungsweise mehr Erfolg haben können – das zeigt der kürzlich erfolgte Massenhack über eine MS-Exchange-Serverlücke. Wir fürchten, dass sie diese Erkenntnisse in Zukunft noch gezielter anwenden werden."

Die neuesten Trends der Cyberkriminalität

Im zweiten Halbjahr 2020 waren noch weitere Trends der Cyberkriminalität signifikant:

>> Über manipulierte Formeln im Tabellenkalkulationsprogramm Excel – eine Funktion, die nicht abgestellt werden kann – wurde dreimal so häufig versteckt schadhafter Code eingeschleust.

>> Phishing-Mails nutzten zur Tarnung am häufigsten Outlook, gefolgt von Facebook und Office365.

>> Über die Hälfte aller Malware-Attacken im Jahr 2020 erfolgte per E-Mail, die damit die am häufigsten angewandte Methode ist, Malware zu verbreiten.

>> Eine große Gefahrenquelle sind weiterhin die so genannten Infostealer, die automatisch Informationen der Opfer sammeln und weiterleiten. Die zwei vorherrschenden Malware-Familien in der zweiten Hälfte des Jahres 2020, Lokibot und Formbook, waren beide Infostealer.

>> 61 Prozent der in Firmennetzwerken gefundenen Schwachstellen wurden schon 2016 oder früher veröffentlicht, sie sind also mindestens fünf Jahre alt.

Angriffe auf Lieferketten: IT-Sicherheit muss über Unternehmensgrenzen hinausreichen

Der Report blickt zudem speziell auf Attacken gegen Lieferketten in den vergangenen zehn Jahren zurück und stellt fest, dass über die Hälfte von ihnen auf Utility und Application Software gerichtet war. Der spektakuläre Solarwinds-Hack aus dem letzten Jahr sollte Anlass dazu geben, diese Art der Angriffe und ihre Folgen besonders zu beobachten.

"In der IT-Sicherheit achten wir besonders darauf, wie Unternehmen sich mit hohen Sicherheitsstandards, Erkennungsmethoden und Reaktionsplänen schützen und Eindringlinge zurückweisen können. Wenn es um Lieferketten geht, müssen wir aber auch über die Unternehmensgrenzen hinweg zusammenarbeiten und die Risiken eindämmen. APT-Gruppen sind willens und in der Lage, über die Lieferkette bei Hunderten von Unternehmen einzudringen und sie zu schädigen – dagegen müssen wir gemeinsam vorgehen", sagt Gan. Als "Advanced Persistant Threat (APT)-Gruppen" bezeichnet man organisierte Angreifer, die mit einem hohen Aufwand zielgerichtet und meist langfristig vorgehen. (F-Secure: ra)

eingetragen: 14.04.21
Newsletterlauf: 01.07.21

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Meldungen: Unternehmen

Radware erhöht Scrubbing-Kapazität auf 8 Tbps

Durch Upgrades ihrer bestehenden Scrubbing Center und die Eröffnung eines neuen solchen Centers in Amsterdam hat Radware die Kapazität seines Cloud-basierten Anti-DDoS-Services auf eine Gesamtkapazität von 8 Tbps ausgeweitet. Mit nun 14 Scrubbing Centern weltweit reagiert Radware auf das ständig steigende Angriffsvolumen und die starke Nachfrage aus der Wirtschaft nach effektiven Abwehrmechanismen.

Training mit realistischen Angriffssimulationen

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT eröffnet in Darmstadt ein Cyber-Trainingscenter mit Anschluss an Forschung und Startup-Welt. Die neue Fraunhofer Cyber Range verbindet komplexe Angriffssimulationen mit neuesten Erkenntnissen aus der angewandten Forschung, Expertenschulungen und der Vorstellung von innovativen Security-Werkzeugen: Mit realistischen Angriffssimulationen können Unternehmen die Leistungsstärke ihrer Security-Teams verbessern. Zusätzlich erhalten die Teilnehmer Einblicke in spannende Security-Themen und den aktuellen Stand von Forschung und Entwicklung. Die Fraunhofer Cyber Range ist eingebettet in das nationale Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE und bietet ihre maßgeschneiderten Seminare und Trainings auch online an.

Bessere Gefahrenerkennung für Unternehmen

Bitdefender und Recorded Future arbeiten ab sofort zusammen. Im Rahmen der Partnerschaft teilen die beiden Unternehmen ihre Threat-Intelligence-Informationen. Die Kunden beider Unternehmen profitieren in der Folge von einem umfassenderen und tieferen Wissen um Gefahren und von einer erhöhten Sichtbarkeit auf Apex-Domain-Level (Top-Level-Domain). Dadurch und dank zusätzlicher praktischer Empfehlungen können sie Cyber-Gefahren aus ihrer IT besser beseitigen. Die Bitdefender Threat Intelligence basiert auf dem Bitdefender Global Protective Network (GPN). Dieses Netz aus Hunderten von Millionen Sensoren weltweit sammelt kontinuierlich Daten von Endpunkten. Die Sicherheitsexperten in den Bitdefender Labs korrelieren die GPN-Daten mit Indikatoren für die Kompromittierung (IOCs) sowie mit Informationen zu Malware, bösartigen Domains und URLs. Zudem spüren sie durch tiefgehende Analysen unbekannte Gefahren auf.

Sicherheits- und Compliance-Lösungen

Hornetsecurity gab ihre zweite Akquisition in diesem Jahr bekannt. Nach der Akquisition von Altaro, Provider von Backup-Lösungen, im Januar, übernahm Hornetsecurity nun Zerospam, Spezialistin für Cloud E-Mail-Security mit Hauptsitz in Montreal, Kanada. Das schnell wachsende und profitable Unternehmen Zerospam bedient weltweit mehr als 4.000 kleine, mittelständische und große Kunden über ein Netzwerk von über 400 Partnern, die vor allem in Kanada und den USA aktiv sind. Zerospam ist laut Hornetsecurity eine anerkannte Marktführerin von Cloud-basierten E-Mail-Security-Lösungen für den KMU-Markt in ganz Nordamerika und hilft Unternehmen dabei, ihr wichtigstes Kommunikationsmittel zu schützen und Cyberkriminalität zu unterbinden.

Nachfrage an Cybersecurity-Fachkräften

Udacity, Anbieterin für Online-Trainings, startete ihr neues Programm School of Cybersecurity, um auf den wachsenden Bedarf an qualifizierten Cybersecurity-Fachkräften zu reagieren. Durch praxisnahe Projekte, die reale Szenarien behandeln, und die Trainings der Dozenten ergänzen, soll die School of Cybersecurity den Lernenden praktische Erfahrungen und anwendbares Wissen vermitteln. Der globale Verband für Informationssicherheit (ISC)² schätzt, dass allein in den Vereinigten Staaten fast eine halbe Million zusätzlicher Cybersecurity-Fachkräfte benötigt werden. Die School of Cybersecurity von Udacity will dazu beitragen, diesen Bedarf mit den folgenden vier Nanodegree-Programmen zu decken.

Meldungen: Unternehmen

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Sicherheits- und Compliance-Lösungen

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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