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Keine Compliance-Regeln und klare Anweisungen


Studie: Mittelstand nutzt Verschlüsselung nicht konsequent genug
Gründe sind einerseits Lizenzkosten und andererseits Usability-Probleme der Benutzer

(26.05.15) - Lösungen zur Datenverschlüsselung sind im Mittelstand weit verbreitet: Zwei Drittel der Unternehmen haben laut einer aktuellen Studie von QSC Tools zur E-Mail-Verschlüsselung im Einsatz. Allerdings nutzen diese nur die Hälfte der Mitarbeiter. Als angebliche Hindernisse nennen die Unternehmen Lizenzkosten und Akzeptanzprobleme bei den Anwendern. Der Hauptgrund aber liegt darin, dass es in den Unternehmen an Compliance-Regeln und klaren Anweisungen fehlt, die Verschlüsselung tatsächlich auch einzusetzen.

Lesen Sie zum Thema "Compliance" auch: Compliance-Magazin.de (www.compliancemagazin.de)

In den deutschen Unternehmen ist das Thema Datenverschlüsselung angekommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit dem Titel "Sicherer Datenaustausch im Mittelstand", die das Kasseler Beratungshaus techconsult im Auftrag von QSC durchführte. Im Durchschnitt verschicken Mitarbeiter pro Tag rund 600 Megabyte Daten an Geschäftspartner, Kunden oder Lieferanten. Zwei Drittel dieser Daten werden von den Firmen als unternehmenskritisch eingestuft und müssten demnach eigentlich verschlüsselt übertragen werden.

Die Sensibilität hinsichtlich der Absicherung der Übertragung ist vorhanden, denn etwa drei Viertel der befragten Unternehmen verschlüsseln Daten bei der Speicherung auf ihren Storage-Systemen und nahezu zwei Drittel haben Software zur Verschlüsselung von E-Mails im Einsatz. Aber nur die Hälfte der Mitarbeiter in diesen Organisationen verwendet die vorhandenen Lösungen zur externen Kommunikation. Als Gründe dafür nennen die Unternehmen einerseits Lizenzkosten und andererseits Usability-Probleme der Benutzer. Ist eine Lösung vorhanden, die nicht flächendeckend eingesetzt wird, muss sich die Geschäftsführung fragen lassen, warum es keine allgemeinverbindlichen Compliance-Regeln für die verschlüsselte Datenübertragung gibt. Die Konsequenzen können gravierend sein: Geraten vertrauliche Daten in die falschen Hände, entsteht für Unternehmen schnell ein beträchtlicher materieller und oft auch ein Imageschaden.

Bei der E-Mail-Verschlüsselung müssen Unternehmen beachten, dass auch die Auswahl der passenden Lösung eine wichtige Rolle spielt. So genügt eine reine Transportverschlüsselung mit HTTPS und SSL nicht automatisch den Anforderungen der Revisions- und Rechtssicherheit. Erforderlich ist vielmehr eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die auf dem Endgerät des Versenders beginnt und sich über den gesamten Übertragungsweg bis hin zum Empfänger erstreckt. Lange Zeit galten die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und das damit verbundene Schlüsselmanagement als eine zu komplexe Angelegenheit. Heute sind erste Lösungen erhältlich, die im Unterschied zu PGP und S/Mime einfach zu verwenden, problemlos in bestehende Systeme integrierbar und individuell an die Erfordernisse von Unternehmen anpassbar sind. Ist die Verschlüsselungslösung so einfach zu bedienen wie ein E-Mail-Programm und nahtlos darin integriert, wird sie auch von den Anwendern akzeptiert und verwendet.

Für die Studie befragte techconsult, eines der führenden Analystenhäuser in Zentraleuropa, im Auftrag von QSC die CIOs von 300 Unternehmen im mittleren und gehobenen Mittelstand. Berücksichtigt wurden dabei Unternehmen aus der Fertigungsindustrie, Banken, Dienstleister wie Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Marketingagenturen sowie Einrichtungen aus der öffentlichen Verwaltung.

"Unternehmen benötigen heute eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie für den Umgang mit ihren Daten und müssen diese nahtlos und flächendeckend in ihren Geschäftsalltag einbetten", sagt Christian Ebert, Chief Information Security Officer bei QSC in Köln. "Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die einen optimalen Schutz bietet, sollte in der Handhabung so einfach wie möglich sein, denn damit lassen sich auch unternehmensweit geltende Compliance-Regeln effizienter umsetzen und vertrauliche Daten sind wirksam geschützt." (QSC: ra)

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Meldungen: Studien

  • Zugangsrechte immer noch eine Achillesferse

    58 Prozent aller global befragten Unternehmen gelingt es nicht, Anträge von Einzelpersonen, die auf Grundlage der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) eine Kopie ihrer persönlichen Daten angefordert haben, innerhalb der in der Verordnung festgelegten Frist von einem Monat zu bearbeiten. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Talend. Im September 2018 veröffentlichte Talend die Ergebnisse ihrer ersten DSGVO-Vergleichsstudie. Mit dieser Studie sollte die Fähigkeit von Unternehmen bewertet werden, die Zugangs- und Portabilitätsanforderungen der EU-Verordnung einzuhalten. 70 Prozent der untersuchten Unternehmen waren damals nicht in der Lage, Daten einer betroffenen Person innerhalb eines Monats zur Verfügung zu stellen. Ein Jahr später befragte Talend erneut diejenigen Unternehmen, die im ersten Benchmark die DSGVO-Vorgaben nicht einhalten konnten. Gleichzeitig wurden auch neue Unternehmen aus der Zielgruppe befragt. Zwar erhöhte sich der Gesamtanteil derjenigen Unternehmen, die eine Einhaltung der Vorschriften vermeldeten, auf 42 Prozent, dennoch bleibt die Quote 18 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung vergleichsweise niedrig.

  • Unternehmen investieren mehr in IT-Sicherheit

    Zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) wollen ihre Investitionen in IT-Sicherheit steigern - mehr als in jeden anderen Bereich. Auch gefragt sind Datenanalyse-Software, in die 55 Prozent der Unternehmen mehr investieren wollen und Online-Shops mit 52 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 953 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland. Im Durchschnitt investieren die Unternehmen 5,5 Prozent ihres Jahresumsatzes in die digitale Transformation - eine Steigerung um 12 Prozent zum Vorjahr. Allerdings werden wie die Anforderungen an Datenschutz (53 Prozent) und IT-Sicherheit (52 Prozent) von den Unternehmen auch als größte Hürden der Digitalisierung gesehen. Nur ein Prozent sieht hingegen fehlende finanzielle Mittel als Hinderungsgrund. Fehlt das Geld, sind die Probleme hausgemacht: Jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) sieht fehlende Investitionsbereitschaft trotz vorhandener Geldmittel als Hürde. Noch häufiger genannt werden fehlende Vorgaben der Geschäftsführung (31 Prozent) oder langwierige Entscheidungsprozesse (37 Prozent). Der Fachkräftemangel wird zur immer größeren Herausforderung: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) sieht den Mangel an Mitarbeitern mit Digitalkompetenz als Hürde - 2017 waren es erst 25 Prozent.

  • Kundenzufriedenheit erfordert Test-Automatisierung

    Compuware hat die Ergebnisse einer weltweiten Umfrage unter 400 IT-Führungskräften, davon 75 aus Deutschland, bekannt gegeben. Demnach sind manuelle Testverfahren nach wie vor weit verbreitet. Sie stellen jedoch eine der größten Herausforderungen für große Unternehmen dar, wenn sie digitale Innovationen beschleunigen möchten.Die von Vanson Bourne im Auftrag von Compuware durchgeführte Umfrage untersucht die Prozesse von Unternehmen, um Innovationen auf dem Mainframe so schnell wie in ihren verteilten Umgebungen, die stark vom Mainframe abhängig sind, bereitzustellen. Die Studie untersucht auch die Methoden zur Unterstützung von Tests auf dem Mainframe sowie die Herausforderungen bei der gleichzeitigen Steigerung von Qualität, Geschwindigkeit und Effizienz während des Entwicklungs- und Bereitstellungsprozesses für Anwendungen. Die vollständige Studie mit den weltweiten Ergebnissen können Sie hier herunterladen.

  • Biometrische Daten vermehrt Angriffen ausgesetzt

    37 Prozent der Computer, Server oder Workstations, auf denen biometrische Daten erfasst, verarbeitet und gespeichert und von einer Kaspersky-Lösung geschützt werden, waren im dritten Quartal 2019 mindestens einem Malware-Infektionsversuch ausgesetzt. Dies zeigt der aktuelle Report "Threats for biometric data processing and storage systems" des Kaspersky ICS CERT. Es handelte sich vor allem um generische Malware wie Remote Access Trojaner (RATs) (5,4 Prozent), bei Phishing-Angriffen verwendete Malware (5,1 Prozent), Ransomware (1,9 Prozent) sowie Banking-Trojaner (1,5 Prozent). Die Verwendung biometrischer Daten wie Fingerabdrücke, Handgeometrie oder Irisstruktur zur Authentifizierung, als Ergänzung oder Ersatz zu traditionellen Anmeldedaten, nimmt stetig zu. Sie wird unter anderem für den Zugriff auf Regierungs- und Handelsbüros, industrielle Automatisierungssysteme, Unternehmens- und Privat-Laptops sowie Smartphones verwendet - und steht damit vermehrt im Fokus von Cyberkriminellen.Die Experten von Kaspersky ICS CERT haben Cyberbedrohungen untersucht, die im dritten Quartal dieses Jahres von Kaspersky-Produkten auf Computern, die biometrische Daten sammeln, verarbeiten und speichern, untersucht. Das Ergebnis: Auf über einem Drittel der Computer (37 Prozent) schlugen die Kaspersky-Produkte Alarm.

  • Security-Markt setzt 9,2 Milliarden Euro um

    Die globale Sicherheitsindustrie befindet sich in einer stetigen Wachstumsphase. Alleine in Deutschland wurde dieses Jahr nach den Daten von Statista ein Umsatz von etwa 9,2 Milliarden Euro erzielt. Dies sei darauf zurückzuführen, dass das Bewusstsein für Sicherheit geschärft werde, und dass Verbraucher hierfür auch immer öfter Geld investieren. Deutschland ist hierbei augenscheinlich einer der wichtigsten Märkte innerhalb Europas. Die Bundesrepublik beheimatet in dieser Sparte rund 6.000 Unternehmen mit insgesamt 180.000 Mitarbeitern. Von 2018 auf 2019 verzeichnet die Branche in Deutschland ein Wachstum von 2,9 Prozent. Etwa 80 Prozent des Gesamtumsatzes fallen hierbei auf private Akteure. Im Jahr 2011 belief sich der Umsatz der Sicherheits- und Ermittlungsindustrie hierzulande noch auf 5,3 Milliarden Euro. Seither ist der Branchenwert um 73,58 Prozent gewachsen.